23.04.2026
Der französische Manager Bruno Lafont hat Jihadisten in Syrien finanziert

Hauptsache Profit

Das französische Baustoffunternehmen Lafarge bezahlte dem »Islamischen Staat« und anderen Jihadisten in Syrien lieber Geld, statt auf Gewinn zu verzichten. Nun verurteilte ein Gericht den ehemaligen Konzernchef zu sechs Jahren Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft in Paris bediente sich im Prozess gegen das international tätige französische Baustoffunternehmen Lafarge einer bildreichen Sprache: Man klage ein »kommerzielles Tier« an, das »freiwillig die jihadistische Bestie gefüttert« habe.

Gegenstand des vorige Woche abgeschlossenen Verfahrens waren die Aktivitäten des Konzerns in Syrien während des Bürgerkriegs.

Im Zentrum des Verfahrens stand dabei der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Bruno Lafont. Er wurde wegen Zahlung von Schutzgeldern an den IS und andere jihadistische Milizen erstinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Zudem befand das Gericht sieben weitere Führungskräfte von Lafarge für schuldig. Das Unternehmen selbst wurde wegen Terrorfinanzierung zu einer Strafzahlung von 1,125 Millionen Euro sowie weiteren 4,57 Millionen Euro wegen Verstößen gegen internationale Sanktionen verurteilt.

Die Vorsitzende Richterin wertete die Unternehmensabsprachen mit den Jihadisten als »echte Geschäftspartnerschaft« und deren Finanzierung als »essentiell« für die Terroraktivitäten des IS, vor allem für Anschläge in Europa wie den auf das »Bataclan« im Jahr 2015.

Zahlungen von 5,6 Millionen Euro hat das Unternehmen nach Feststellung des Gerichts in den Jahren 2013 und 2014 an Jihadisten entrichtet, um ein Zementwerk im nordsyrischen al-Jalabiyah weiterbetreiben zu können, das damals im Herrschaftsgebiet des »Islamischen Staats« (IS) lag. Während andere internationale Unternehmen Syrien verließen, hatte Lafarge lediglich seine französischen Beschäftigten abgezogen – aufgeben wollte man das erst 2010 teuer aufgebaute Werk um keinen Preis.

Die Vorsitzende Richterin wertete die Unternehmensabsprachen mit den Jihadisten als »echte Geschäftspartnerschaft« und deren Finanzierung als »essentiell« für die Terroraktivitäten des IS, vor allem für Anschläge in Europa wie den auf das »Bataclan« im Jahr 2015.

Lafonts Verteidigung, er sei im Unwissen über die genauen Verhältnisse an Ort und Stelle gewesen und kenne die interne Kommunikation nicht, die der Staats­anwaltschaft zufolge auf Vereinbarungen mit dem IS habe schließen lassen, überzeugte das Gericht nicht. Somit endet die Karriere des einst erfolgreichen Managers, der Lafarge durch die Fusion mit Holcim 2015 zum weltgrößten Zement­hersteller gemacht hatte, vorläufig im Knast.