Bruch ohne Nennung
Im Dezember 2025 erschossen zwei islamische Terroristen, Vater und Sohn, 15 jüdische Besucher einer Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney. Das Hassverbrechen war eines der schlimmsten Resultate der globalen antisemitischen Radikalisierung nach dem genozidalen Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023.
Man könnte meinen, der antisemitische Terror würde auch einen zentralen Platz in dem unter anderem von Christoph Türcke herausgegebenen Sammelband »Krieg, Aggression und Todestrieb« einnehmen, der die Beiträge einer Tagung aus dem Sommer 2024 in Leipzig dokumentiert, doch weit gefehlt. Vielmehr erinnert der Gestus des Bands, der sich vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine und des israelischen Kriegs gegen die Hamas dem »Stimmungsumschwung in Europa« und dem Freud’schen Konzept des Todestriebs widmen wollte, größtenteils an die Klischees der nationalromantischen Friedensbewegung, wie sie in den späten siebziger Jahren entstand. Statt theoretischer Instrumente zur Analyse gesellschaftlicher Barbarisierungsprozesse liefert der Band reichlich Anschauungsmaterial dafür, was diese Prozesse mit Intellektuellen machen.
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