Keine Hilfe ohne Gegenleistung
Im April meldete die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einen beispiellosen Einbruch der Gelder für Entwicklungshilfe. Die sogenannten öffentlichen Entwicklungsleistungen (Official Development Assistance, ODA) schrumpften 2025 real um 23,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Vereinigten Staaten kürzten ihre Ausgaben für Entwicklungshilfe, gemäß den Vorgaben von Präsident Donald Trump, um fast 57 Prozent und trugen so drei Viertel zu diesem globalen Rückgang bei. Deutschland verringerte seine Ausgaben um über 17 Prozent, stieg aber trotzdem zum größten Einzelgeldgeber auf, weil der bislang wichtigste Entwicklungshilfegeber USA sich so stark zurückzog.
»Es ist zutiefst besorgniserregend, diesen enormen Rückgang im Jahr 2025 zu sehen, der auf dramatische Kürzungen bei den wichtigsten Gebern zurückzuführen ist«, warnte Carsten Staur, der Vorsitzende des OECD-Entwicklungsausschusses, bei der Präsentation der Daten. Nur wenige OECD-Staaten kommen mit ihren Beiträgen zur Entwicklungshilfe über die von den UN angemahnte Untergrenze von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens.
Trotzdem soll im laufenden Jahr weiter gekürzt werden: Die Bundesregierung plant ressortübergreifende Streichungen von weit über einer Milliarde Euro bei den internationalen Hilfsgeldern. Die Mittel des Entwicklungsministeriums – das mit einem Anteil von rund 39 Prozent an dieser Gesamtsumme die klassischen bilateralen Partnerschaften und Hilfsprogramme finanziert – sänken dabei von 10,31 auf 9,94 Milliarden Euro.
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