Jungle+ Artikel 30.04.2026
Frauen, Indigene und Dalits kämpfen in Nepal gegen Benachteiligung

Zwischen Aufbruch und Ausgrenzung

In Nepal gewinnen neue politische Kräfte an Einfluss, junge Menschen fordern Veränderung. Doch für viele bleibt Gleichberechtigung eine ferne Hoffnung. Frauen, indigene Gruppen und Dalits und kämpfen gegen Benachteiligung, Bürgerrechtsorganisationen versuchen, konkrete Verbesserungen herbeizuführen.

Im März haben die Nepalesen die bislang regierenden Parteien abgewählt. Diese waren nach großen, von der sogenannten Generation Z angeführten Protesten im vergangenen September immer mehr unter Druck geraten. Die noch junge Rastriya Swatantra Party (RSP), die sich als Kraft des Wandels inszeniert, holte bei der Parlamentswahl am 5. März mit fast der Hälfte aller abgegebenen Stimmen einen überragend deutlichen Sieg. Viele neue Abgeordnete zogen ins Parlament ein.

Auch wenn ein solcher Wahlausgang noch keinem historischen Einschnitt gleichkommt, zeugt er doch von tieferen Umbrüchen in dem Land, das seit dem Ende des zehnjährigen Bürgerkriegs 2006 und der Abschaffung der Monarchie 2008 eine schwierige Transformation durchläuft. Nepal, eingekeilt zwischen den Großmächten China und Indien, ist mittlerweile eine Republik, deren föderale politische Ordnung erst nach vielen Konflikten konsolidiert wurde.

Große Teile der Bevölkerung sind nach wie vor benachteiligt. Dalits, früher auch bekannt als »Unberührbare«, stehen im hinduistischen Kastensystem am unteren Ende der sozialen Hierarchie. Sie ringen ebenso um gesellschaftliche Teilhabe wie Angehörige der 59 offiziell anerkannten indigenen Gruppen. Frauen, die einer dieser Gruppen angehören,werden häufig in mehrfacher Hinsicht diskriminiert.

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