Jungle+ Artikel 30.04.2026
Sandra Hüller in Markus Schleinzers Drama »Rose«

Freiheit in Hosen

Sie erlegt einen Bären, aber das gesellschaftliche Vor­urteil kann die von Sandra Hüller verkörperte Rose nicht be­siegen. Markus Schleinzers gleich­namiger Film erzählt vom Streben nach Gleichheit, zeigt aber auch, wie schwer es ist, diesen Wunsch in einer unter­drückenden Ordnung zu verwirklichen.

Rauchschwaden ziehen über eine zerfurchte Ackerlandschaft, menschliche Schädel und Skelette liegen ­herum, im Wald ragen tote Bäume auf: Mit wenigen Einstellungen ­skizziert die Schwarzweißfotografie von Kamera­mann Gerald Kerkletz eine Welt am Rand der Katastrophe. Kostüme, Werkzeuge und Waffen ­bekunden den zeitlichen Kontext.

Die Ereignisse, von denen Markus Schleinzers Film »Rose« erzählt, ­tragen sich um die Mitte des 17. Jahrhunderts zu, in den Nachwirren des Dreißigjährigen Kriegs. Es geht um eine Frau, gespielt von Sandra Hüller, die inmitten einer patriarchalen Ordnung wie ein Mann lebt und dazu in eine Hose steigt. Unter ­falschem Namen und falschem ­Geschlecht versucht sie, den Wunsch nach Freiheit und sozialem Aufstieg zu verwirklichen.

Im Mund die Kugel, die ihre Wange zerfetzt hat. Rose (Sandra Hüller)

Im Mund die Kugel, die ihre Wange zerfetzt hat. Rose (Sandra Hüller)

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