Jungle+ Artikel 30.04.2026
Was Fußballprofis nach dem Ende ihrer Karriere so treiben

Auf ein Bier bei Hoppy und Ente

Lottobuden, Schreibwarenläden, Gasthäuser und Kneipen: Nach dem Ende ihrer Fußballkarriere versuchten sich viele ehemalige Spieler als Unternehmer, wenn auch oft in bescheidenem Umfang.

31 Jahre bestimmte der Fußball das Leben von Ernst Kuzorra. Er spielte von 1920, als er seine Spielerlaufbahn bei den Junioren begann, bis 1950, als er gemeinsam mit seinem kongenialen Partner auf dem Rasen, Fritz Szepan, seine Karriere mit einem Spiel gegen Brasiliens damaligen Meister Atlético Mineiro bei Schalke 04 beendete. Nebenbei und zwischendurch trainierte er Borussia Dortmund, die Spielvereinigung Erkenschwick und von 1949 bis 1951 Borussia Hückelhoven, eine Mannschaft aus dem Rheinland.

Da er seit Mitte der zwanziger Jahre praktisch Profi gewesen war (obwohl das in Deutschland offiziell verboten war in seiner Zeit), wollte Kuzorra nach seiner Fußballkarriere nicht wieder wie als Jugendlicher auf der Gelsenkirchener Zeche Consolidation als Bergmann einfahren. Er machte sich selbständig und wurde Unternehmer: als Besitzer eines Lotto- und Tabakladens an der Kurt-Schumacher-Straße in Schalke-Nord, einem Stadtteil von Gelsenkirchen.

Heutzutage hängen hier auf der »Schalker Meile« Metalltafeln mit den Fotos und Lebensläufen der berühmtesten Schalker Spieler an den Hauswänden. Die Glückauf-Kampfbahn, das Schalker Stadion zu Kuzorras Zeiten, liegt nur einen Bierflaschenwurf entfernt, und auch zum heutigen Stadion der Arena »Auf Schalke« (zurzeit nach einem Bierhersteller benannt) ist es nicht weit. Inzwischen ist Schalke-Nord ein heruntergekommener Stadtteil mit viel Leerstand; in Kuzorras Zeit war es ein normales Arbeiterviertel, mit Geschäften, Kneipen und eben Kuzorras Lottobude.

Willi »Ente« Lippens von Rot-Weiss Essen war als Spieler auch für seinen Humor bekannt. Als ein Schiedsrichter ihm sagte: »Herr Lippens, ich verwarne Ihnen«, antwortete er: »Herr Schiedsrichter, ich danke Sie« und wurde für den Spruch vom Platz gestellt.

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