Unsicherer Ort
»Ihr greift uns an – wir stehen zusammen« – unter diesem Motto demonstrierten nach Polizeiangaben am 30. April rund 450 Menschen in Cottbus. Dazu aufgerufen hatte die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg. Hintergrund der Versammlung war eine Häufung mutmaßlich rechtsextremer Angriffe in der Stadt.
Die Stadt im Osten Brandenburgs ist seit den frühen Neunzigern berüchtigt für gewalttätigen Rechtsextremismus. An diese unrühmliche Tradition knüpft sie in jüngster Zeit wieder an. Allein am letzten Aprilwochenende kam es gleich zu zwei Angriffen in einer Nacht: Unbekannte warfen eine Rauchbombe in den Flur des alternativen Wohnprojekts WK51, in derselben Nacht wurde die Synagoge in der Cottbuser Fußgängerzone mit einem großen Hakenkreuz beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt.
Bereits zwei Wochen zuvor randalierten Unbekannte im Wohnhaus eines Pfarrers – nach Angaben der Polizei traten die Täter gegen die Wohnungstür des Geistlichen und hinterließen am Briefkasten Sticker mit rechtsextremistischen Symbolen. Der Pfarrer tritt als Sprecher der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg gegen Rechtsextremismus auf. Am selben Tag und in derselben Straße bremste ein unbekannter Radfahrer eine 18jährige, ebenfalls auf dem Fahrrad, aus und riss ihr einen Antifa-Button von der Tasche. Elf politisch motivierte Straftaten seien seit Mitte April in Cottbus erfasst worden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.
»Rechte Gewalt bewegt sich in Cottbus auf einem hohen Niveau. In den beiden vergangenen Jahren hat sich jedoch ein deutlicher Anstieg abgezeichnet.« Dorina Feldmann, Verein Opferperspektive
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