»Crowdfunding hat die Kriegsführung verändert«
Nach Viktor Orbáns Wahlniederlage hat die EU nach monatelanger Verzögerung der Ukraine 90 Milliarden Euro an Krediten bewilligt. Wie wichtig ist dieses Geld?
Der ukrainische Staat ist stark von externer Finanzierung abhängig. 2022 ist die Wirtschaftsleistung um 30 Prozent eingebrochen, alle Steuereinnahmen fließen seitdem, grob gesagt, komplett ins Militär. Ohne Waffenlieferungen, Kredite und Finanzhilfen könnte der Staat seine zivilen und militärischen Aufgaben nicht erfüllen.
Unzählige ukrainische Bürger, Stiftungen und prominente Persönlichkeiten sammeln Geld für die Armee. Müssen private Spenden Mängel ausgleichen?
Die Armee ist immer noch unterfinanziert, wenn auch deutlich weniger als 2022. Spenden helfen aber auch, abseits der zentralisierten Beschaffungsbürokratie Dinge wie Essen, Drohnen, Medikamente und andere Ausrüstung direkt an Militäreinheiten zu verteilen. Der Staat versucht, die eigene Beschaffung ebenfalls unbürokratischer zu organisieren und den Einheiten mehr Autonomie zu geben. Er orientiert sich dabei an den Methoden der Spendensammler, denn diese stehen in Kontakt mit Einheiten an der Front und reagieren direkter auf deren Bedürfnisse.
»Spenden helfen, abseits der zentralisierten Beschaffungs-bürokratie Dinge wie Essen, Drohnen, Medikamente und andere Ausrüstung direkt an Militäreinheiten zu verteilen.«
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