14.05.2026
Wassermelonen auf Schalke

Chiffon im Nieselregen

Interessant, dass den Wassermelonen die Sache mit dem Verbot, eine bestimmte Region zu betreten, bislang noch nie eingefallen ist.

Hätte man auch nicht gedacht, dass man mal zur Zielscheibe von blau-weißem Hass wird, bloß weil man Gelsenkirchen als ärmste (Quelle: Stern) und hässlichste (Quelle: ­Esquire) Stadt des Landes bezeichnet und sich dazu auch noch nicht über den Aufstieg des dazugehörigen Fußballvereins gefreut hatte.

Aber nun ist schon rund eine Woche vergangen, ­jeder, dem danach war, hat Ruhr­gebietsverbot erteilt, mit Gewalt gedroht und was nicht noch alles, und nun ist es wieder an der Zeit, sich mit der allgemeinen Beklopptness zu befassen.

Wobei, schon interessant, dass den Wassermelonen die Sache mit dem Verbot, eine bestimmte Region zu betreten, bislang noch nie eingefallen ist. Nicht mal, als Twitter noch nicht X hieß, wären die ansonsten ja nun wirklich nicht zimperlichen Israel-Hasser auf die Idee gekommen, »Wag dich besser nie, nach Palestine zu fahren« oder so zu schreiben, versehen mit vielen Ausrufezeichen und am besten noch in Großbuchstaben, nein, nix. Woraus man schließen könnte, dass womöglich noch ein Rest Realismus vorhanden sein könnte, wofür aber ansonsten eigentlich nichts weiter spricht.

Es muss nun wirklich nicht jede Kolumne von unangenehmen Menschen, Tieren und Wetter­lagen handeln, es gibt ja schließlich auch so viel Schönes, über das berichtet werden könnte.

Andererseits muss nun wirklich nicht jede Kolumne von unangenehmen Menschen, Tieren und Wetter­lagen handeln, es gibt ja schließlich auch so viel Schönes, über das berichtet werden könnte, wie zum Beispiel, nun gut, bleiben wir beim Wetter, oder besser noch, bleiben wir drinnen, da ist es hübsch trocken und noch dazu temperaturtechnisch regelbar, plus die ganzen merk­würdigen Leute sind weg, sowie man das Notebook zuklappt, auch nicht schlecht.

In der nächsten Folge wird es aber wieder um etwas ganz anderes gehen, nämlich um Mode, beziehungsweise darum, wie man es schafft, bei Nieselregen in den derzeit so überaus angesagten weiten und sehr langen schwarzen Chiffon-Hosen, ohne sie völlig zu durch­nässen, durch den Frühling zu spazieren. Oder durch den Frühsommer, das nimmt sich ja alles nix, nassgeregnet wird man so oder so.

Außerdem wird es in einem lehrreichen Absatz um das äußerst wichtige Thema »lieber tot sein als Regenjacken tragen« gehen. Und vielleicht gibt es dann auch schon Details zum Ruhrgebietsbesuch im Herbst, mal ­gucken.