Kitschstufe Rot
Es muss nicht immer die Lüneburger Heide oder das Alpenvorland sein, um Assoziationen mit dem Heimatfilm zu wecken. Manchmal reicht ein kleines Dorf in den Bergen Palästinas, um beim Zuschauer sentimentale Sehnsüchte hervorzurufen und ihm ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe zu vermitteln. Schließlich sind die Menschen darin eingebunden in ein funktionierendes System von Normen und Traditionen, verstärkt durch Landschaftsbilder strahlt das viel Harmonie und noch mehr Authentizität aus.
So auch in dem fiktiven Dorf al-Basma, Schauplatz von Annemarie Jacirs jüngstem Film, der mit international prominenter Besetzung aufwartet. »Palästina 36« heißt er und stand in der Kategorie »Bester Internationaler Spielfilm« auf der Shortlist für den Oscar – eine der fünf Nominierungen erhielt er dann aber doch nicht.
Im Mittelpunkt des als Historiendrama deklarierten Films stehen die arabischen Bewohner, die ein Leben in Einklang mit der Natur führen, ihre Baumwollfelder so bestellen wie seit Hunderten von Jahren und in uralten Steinhäusern leben, an denen wohl schon Jesus vorbeihuschte. Am Abend hockt dann die Dorfgemeinschaft beisammen, man teilt Brotfladen und Oliven, kurzum: Es herrscht ein urwüchsiger, nahezu paradiesischer Zustand.
Zu keinem Zeitpunkt während seines Mandats hat Großbritannien arabisches Land enteignen lassen, um es Juden zur Verfügung zu stellen.
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