Was der Anton kann
Wochenlang wurden in Freiburg immer wieder getötete und verletzte Stadttauben gemeldet. Nachdem die Polizei nun die Wohnung eines 65 Jahre alten Mannes durchsucht hat, scheint sich bestätigt zu haben, dass er es war, der mit einem Luftdruckgewehr und »injektionsnadelähnlichen Geschossen« gegen seine gefiederten Nachbarn vorgegangen war. Eine überlebende Taube fliegt seit Wochen in Freiburg herum, mit einer Nadel im Kopf.
Tauben gehören zu den Tieren, die nicht so viele Freunde haben, oder sagen wir, sie sind umstritten. Tauben sind sozusagen die Wölfe der Lüfte. Ganz anders Wale und Hunde. Wale und Hunde haben nämlich eine Gemeinsamkeit: Menschen haben eine ganz besondere Beziehung zu ihnen. Die Beziehung beruht vor allem auf Projektion, beim Wal sehr viel mehr als beim Hund. Denn der Hund seinerseits hat tatsächlich auch eine Beziehung zum Menschen, das heißt die Beziehung ist gegenseitig. Man könnte sogar behaupten, ohne diese Beziehung gäbe es gar keinen Hund – the rest is wolf.
Elba ist ein Mischlingshund aus Washington und kann auf offenem Meer Wale aufspüren. Buckelwale wie Timmy oder Orcas – und zwar anhand ihres Kots.
Was aber kaum jemand weiß, ist, dass es auch eine Beziehung zwischen Walen und Hunden gibt. Die ist definitiv einseitig. Hunde sind bekanntlich in der Lage, Tiere aufzuspüren, weshalb sie auch bei der Jagd und im Artenschutz eingesetzt werden. Bei Letzterem zeigen sie zum Beispiel Fischotter oder Feldhamster an.
Artenspürhund Anton aus dem Ahrtal, ein italienischer Wasserhund wie Coco, der auch exakt so aussieht wie Coco, kann Hirschkäfer und deren Larven aufspüren – ja, sogar den Kot von Hirschkäfern. Womit man bei den Walen angelangt wäre, denn auch diese großen Burschen müssen mal »groß«, sehr groß sogar.
Da kommt der Hund ins Spiel; Elba etwa. Elba ist ein Mischlingshund aus Washington und kann auf offenem Meer Wale aufspüren. Buckelwale wie Timmy oder Orcas – und zwar anhand ihres Kots. Der treibt nämlich oben an der Wasseroberfläche. Elba kann vom Boot aus feststellen, welche Wale vorbeigekommen sind, und dabei sogar verschiedene Walarten unterscheiden. Nicht whale watching also, sondern whale sniffing. GPS-Sender braucht Elba dazu nicht, nur ihr äußerst feines Näschen.
Nur eine kleine Provision
Wenn der italienische Wasserhund Anton Hirschkäferkot aufspüren kann, dann wird es dem italienischen Wasserhund Coco ja wohl noch gelingen, einen fetten Wal-Flatschen ausfindig zu machen.
Worauf ich hinaus will: Hier haben wir Coco, sie kann sehr gut Dinge erschnüffeln und anzeigen, Kot sowieso. Dort haben wir Multimillionäre, die Timmy wiederfinden wollen. Für die Herstellung der Beziehung würde ich eine kleine Provision nehmen, klar, aber ich tät’s natürlich vor allem aus Tierliebe.