Der Traum von der Verständigung und woran er scheiterte
Bis heute hält sich der Vorwurf an die zionistische Bewegung, die in Palästina ansässige arabische Bevölkerung lange Zeit nicht berücksichtigt zu haben. Für die Mehrheit der Bewegung mag sie angesichts der eigenen antisemitischen Diskriminierung und Verfolgung in Europa in der Tat eher zweitrangig gewesen sein. Dennoch gab es Zionist:innen, die die arabische Präsenz in Palästina thematisierten und früh vor Konflikten mit ihr warnten.
Die lange Geschichte jüdischer Bemühungen um Dialog, Kooperation und Kompromisse mit der arabischen Bevölkerung Palästinas setzte – wenn auch zaghaft – bereits um die Jahrhundertwende ein. In den Jahren 1913/1914 kam es im Osmanischen Reich sogar zu dem ersten sehr konkreten Versuch einer jüdisch-arabischen Verständigung, als sich eine Handvoll zionistischer Funktionäre mit Vertretern verschiedener arabischer Parteien zu Gesprächen traf, um die Rahmenbedingungen für eine erhoffte arabisch-zionistische Entente in Palästina auszuloten – eine bis heute wenig beachtete Episode in der Geschichte des Konflikts.
Stärker in den Fokus der zionistischen Debatten rückte die Frage nach der Ausgestaltung des Zusammenlebens jedoch erst mit der Zunahme arabischer Gewalt gegen die jüdische Einwanderung zu Beginn der zwanziger Jahre. Dabei wurde eine »Verständigung mit den Arabern« insbesondere vom deutschsprachigen beziehungsweise zentraleuropäischen Zionismus gefordert.
Die lange Geschichte jüdischer Bemühungen um Dialog, Kooperation und Kompromisse mit der arabischen Bevölkerung Palästinas setzte – wenn auch zaghaft – bereits um die Jahrhundertwende ein.
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