04.06.2026
Wie erkennt man einen Antideutschen?

Homestory #23/2026

Nazis und linke Antisemiten sind immer auf der Suche nach ihnen: sogenannte Antideutsche. Wie man sie wirklich erkennt.

Woran erkennt man einen Antideutschen? Ein Adorno-Bändchen unter dem Arm ist schon mal ein guter Hinweis, aber nur in Kombination mit einem Shirt der britischen Modemarke Fred Perry weiß man sicher, mit wem man es zu tun hat. Was der »Sex and the City«-Hauptfigur Carrie Bradshaw ihre heißgeliebten Manolo-Blahnik-Schuhe sind, sind dem gewöhnlichen Antideutschen seine Poloshirts mit den Streifen am Kragen und den Armen und dem Lorbeerkranz auf der Brust.

Auch in der Redaktion der Jungle World gibt es Fans. Angesprochen darauf, was für Fred-Perry-Produkte in ihren Schränken gelagert sind, gibt eine Kollegin gleich eine ganze Liste an: »Shirts, Tasche, Schuhe, Jacke, Pulli – ich hab es alles und trage es nie.« Einmal trug sie es dann aber doch, nämlich ein Shirt, und zwar ausgerechnet bei ihrem Bewerbungsgespräch, mit der einfachen Begründung, dass sie »dachte, das sei so Uniform und würde Hingabe für die Sache signalisieren«. Na ja, vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass sie zu der Zeit im Ausland war und nicht allzu viele Klamotten dabei hatte.

Ein Kollege aus der Redaktion berichtet, er habe so viele Fred-Perry-Shirts, dass er sie »kaum noch zählen« könne. Was ihm aber Sorge bereitet, ist, dass auch die »scheiß Nazis inzwischen wieder massenhaft Fred Perry tragen«.

Auch in der Autorenschaft Ihrer Lieblingszeitung erfreuen sich die Produkte von Fred Perry großer Beliebtheit: Ein Kollege weiß zu berichten, dass einer seiner Autoren regelmäßig das Honorar exklusiv dafür ausgibt, sich die neuesten Oberteile zu kaufen, ein anderer Kollege wurde einmal gar von einem Autor mit solch einem Polo beschenkt – eine nette Geste, die aber auch ein wenig etwas von einem Initiationsritus hatte. Nur für den Fall, dass hier die Werbeabteilung von Fred Perry mitliest: Mit Anzeigen in der Jungle World könnten Sie Ihren Umsatz in astronomische Höhen treiben!

Ein anderer Kollege aus der Redaktion berichtet, er habe so viele Fred-Perry-Shirts, dass er sie »kaum noch zählen« könne. Was ihm aber Sorge bereitet, ist, dass auch die »scheiß Nazis inzwischen wieder massenhaft Fred Perry tragen«. Der Marke selber hatte zumindest einem Teil dieser Nazis, nämlich den sich selbst so nennenden »Proud Boys«, einen Strich durch die Rechnung gemacht, als sie den Verkauf der bei den Arschloch-Jungs höchst beliebten Polos in Schwarz mit gelben Zierstreifen 2020 in Kanada und den USA einstellte.