Es wird schon werden
ARD, ZDF und die zu ihrer Senderfamilie gehörenden Programme sind konzeptionell schon lange erschöpft. An den Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) glauben nicht einmal mehr die Verantwortlichen selbst. Eine die eigene Geschichte lebendig haltende Traditionspflege, wie es sie noch in den neunziger Jahren durch Wiederholungen älterer Formate gab, findet kaum statt.
Es drängt sich fast der Eindruck auf, dass die Repräsentanten des ÖRR gar nicht daran erinnert werden wollen, wie gut die Institution, für die sie arbeiten, früher gewesen ist. Im Ressentiment gegen solche Erinnerung ähneln die Apologeten des heutigen ÖRR den selbsternannten Widerstandskämpfern gegen den »linksversifften Staatsfunk«, die sich in den sozialen Medien gegenseitig erzählen, seit wann sie den »Zwangsbeitrag« verweigern und wie sie ihre Kinder von der »Tagesschau« fernhalten.
Dass der ÖRR auch etwas Ähnliches sein könnte wie der (inzwischen gleichfalls abgehalfterte) öffentliche Nahverkehr, nämlich ein seinen Nutzern manchmal sogar Freude bereitendes Element bürgerlicher Infrastruktur, für deren Instandhaltung, weil alle davon profitieren, alle einen Beitrag zahlen, das kommt weder Anhängern der staatlichen Verwaltung noch der Privatisierung in den Sinn.
Die genuin bayerischen und damit auch innerhalb der alten Bundesrepublik exterritorialen Qualitäten von »Kir Royal« sind nicht zu begreifen ohne die produktive Serien-Konkurrenz zwischen München und Westberlin.
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