Get Rich or Die Tryin’
Der neue Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeichnet ein düsteres Bild: 13,3 Millionen Menschen in Deutschland leben nach derzeitiger Berechnung in Armut. Der Definition der Europäischen Union zufolge ist arm, wer in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens aller Haushalte des fraglichen Landes beträgt. Im vergangenen Jahr lag diese sogenannte Armutsgrenze, bezogen auf eine alleinlebende Person, bei 1.445 Euro netto im Monat. Die Armutsquote stieg von 15,5 im Jahr 2024 auf 16,1 Prozent und erreicht damit wieder das Niveau des Jahres 2020.
Im Deutschlandfunk sprach Joachim Rock, der Hauptgeschäftsführer des Verbands, von einer »krisenhaften Situation« und warnte die Bundesregierung vor weiteren Einschnitten bei den Sozialleistungen. Außer der zunehmenden Armut kritisierte er auch die wachsende soziale Ungleichheit hierzulande. Die »soziale Spaltung« vertiefe sich, während sich immer mehr politische Debatten darum drehen, den Etat auf dem Rücken der Schwächsten zu entlasten, anstatt Armut zu bekämpfen.
Gegenwärtig finde »statt Armutsbekämpfung Reichtumsförderung« statt, sagt der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge.
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