Aliens, Paare, Papas: Die Welt ist ihre Scheibe
Was ist das Einzige, das uns noch retten kann, wenn wir diesen Planeten nicht komplett vor die Wand fahren wollen? Richtig: Empathie. Diese wunderbare Botschaft ist das schlagende Herz des neuen Blockbusters von Steven Spielberg, weshalb man dem Altmeister ein paar inhaltliche Schludrigkeiten und ziemlich schlecht animierte Tiere verzeiht.
Während eine spektakuläre Verfolgungsjagd die nächste jagt und der Score des mittlerweile 94jährigen Komponisten John Williams mal wieder den Takt vorgibt, frisst sich das gute alte Prinzip Hoffnung wie ein Laserstrahl durch die Story.
Denn der höchst unterhaltsame Verschwörungsthriller »Disclosure Day« hat einiges zu bieten: einen mitreißenden Cast, allen voran Emily Blunt als Wettermoderatorin, die plötzlich in Klicklauten spricht und in die Herzen der Menschen schauen kann. Dicht gefolgt von Josh O’Connor als Cybersicherheitsanalyst, der geheim gehaltene Bilder und Dokumente von Aliens veröffentlichen will – gemeinsam mit seinem Ex-Chef, der von Colman Domingo als personifizierte Sanftmut verkörpert wird. Es lebe die Transparenz und der Wille zur Wahrheit!
Während eine spektakuläre Verfolgungsjagd die nächste jagt und der Score des mittlerweile 94jährigen Komponisten John Williams mal wieder den Takt vorgibt, frisst sich das gute alte Prinzip Hoffnung wie ein Laserstrahl durch die Story. Am Ende bleibt die Frage: Würde uns die Gewissheit, dass es intelligentes Leben im All gibt, womöglich endlich als Menschheit vereinen? Spielbergs Glaube an unsere Spezies, aber auch an außerirdische Lebensformen, scheint unerschütterlich zu sein! Altbekannte Kinomagie gegen das Gespenst der Hoffnungslosigkeit: E.T. hat uns nicht vergessen!
E.T. hat uns nicht vergessen!
Von den extraterrestrischen Wesen zurück zur irdischen Do-it-yourself-Kultur, als sie noch nicht die gnadenlose Selbstvermarktung im Plattformkapitalismus meinte, sondern vor allem jede Menge Spaß beim Selbermachen brachte: Der Berliner Künstler Zackiboy, der vor wenigen Tagen sein Debütalbum »Softy« beim kleinen, aber feinen Hamburger Label Misitunes veröffentlicht hat, erinnert an diese gute alte Zeit!
Zackiboy ist hörbar Fan des Wu-Tang Clans, aber auch von Tocotronic. Sein Popentwurf lässt aber auch an Egotronic denken. So wird sein Sound im Handumdrehen zum Ego-Toco-Clan-Mix-up. Andreas Dorau ist als Gast im Song »Immer ehrlich« zu hören und ein Lied wie »Die Welt ist meine Scheibe« ist das vielleicht schönste DIY-Statement auf Vinyl seit langem. Zackiboy hat mit »Paare« einen Song geschrieben, der auch der Romantik-Gegnerin Christiane Rösinger gefallen könnte. Und mit »Bart Brille Bauch« liefert er den definitiven HipHop-Tune für alle »Papas auf dem Spielplatz«. »Softy« macht wie der neue Spielberg einfach gute Laune.