»Alija machen ist wie vom Zehnmeterturm springen«
Die meisten Juden in der Diaspora haben vermutlich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, nach Israel auszuwandern. Jenny Havemann, Sana Kisilis, Joel Kohen und Joel Landshut haben den Schritt gewagt und Alija, Hebräisch für »Aufstieg«, gemacht.
»Als Jüdin fühle ich mich hier im Bunker unter Beschuss sicherer als in Berlin auf offener Straße«, sagt Sana, die im Februar 2024 trotz Kriegs nach Israel gezogen ist und in Tel Aviv für die Deutsch-Israelische Handelskammer arbeitet.
Joel L. kam nach Israel, als dort gerade der Terror der Zweiten Intifada tobte. »War ich meschugge, oder was?« fragt sich der Schauspieler, Synchronsprecher und Clown heute. »Damals habe ich aber nicht so darüber nachgedacht.«
Joel K. zweifelt, ob Israel heute noch in der Lage ist, Neueinwanderer so zu integrieren wie in der Vergangenheit. »Wie israelisch kann ich wirklich werden?« fragt sich der studierte Statistiker, der kurz nach dem 7. Oktober 2023 ins Land gekommen ist.
»Die extremen Ränder nehmen hier zu, während die Mitte schrumpft«, beklagt sich Jenny. »Das ist eine gewaltige Belastung für die Gesellschaft.« Ihre Kinder hätte die Unternehmerin und Autorin trotzdem nirgendwo lieber als in Israel großgezogen.
Sana, Joel L., Joel K. und Jenny kommen im Dezember 2025 im Restaurant »Haachim« in Tel Aviv zusammen. Während in Deutschland zu dieser Zeit Minustemperaturen herrschen, sind es hier angenehme 18 Grad.
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