Rückwärts immer, vorwärts nimmer
Die CDU betreibe »faschistische Politik«, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk säßen »die größten Verbrecher«, und gemeinsam mit dem Jugendverband ist man sich nun auch über den Hauptfeind einig: Gemeint ist Israel, dem die Partei jetzt auch offiziell – und unter Jubel – vorwirft, einen »Genozid« am palästinensischen Volk zu verüben.
Wer angesichts solcher Parolen nun an die AfD oder das BSW denkt, der irrt gewaltig. Die Rede ist von der Linkspartei, ihren Kontroversen und dem jüngsten Bundesparteitag in Potsdam. Zumindest einigten sich die Genoss:innen schließlich auf einen »Kompromiss«, der Palästina und sogar Israel ein Existenzrecht zuspricht. Ein bemerkenswerter Konsens, wenn man so manche Zionismus-Beschlüsse verschiedener Linksparteiverbände und Positionen einzelner Genoss:innen bedenkt, die inzwischen offen das Existenzrecht Israels verneinen. Ein Gegenantrag, der jenes Existenzrecht explizit nicht erwähnte, scheiterte zwar, kam aber dennoch auf 30 Prozent der Stimmen.
»Wir erleben aktuell eine ungeahnte Renaissance autoritär-antisemitischer Ideologiemodelle. Dass das aber auch innerhalb der politischen Linken passiert, hätte ich mir niemals vorstellen können.« Thomas Dudzak
Für Gesprächsstoff sorgte die Wahl von Luigi Pantisano, der mit nur 53 Prozent der Stimmen Nachfolger von Jan van Aken im Amt des Co-Bundesvorsitzenden wurde. In seiner Antrittsrede zeigte er sich demütig und sagte, er müsse noch in seine neue Rolle hineinwachsen.
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