The Folks Who Brought You the Weekend
Am 1. Mai 1886 streikten Arbeiter in Chicago für eine Verringerung der täglichen Arbeitszeit, die damals noch zwölf Stunden oder mehr betragen konnte. Sie forderten die Einführung des Achtstundentags. Unter ihnen waren viele im Ausland geborene Einwanderer, vor allem deutschstämmige. Die Arbeiter demonstrierten zunächst friedlich, jedoch eskalierte die Situation in den folgenden Tagen. Am 3. Mai erschoss die Polizei mehrere Streikende. Am Tag darauf explodierte in der demonstrierenden Menschenmenge eine Bombe, die viele Menschen tötete, darunter mehrere Polizisten. Die Kundgebung entwickelte sich daraufhin zur blutigen Schlacht. Die Polizei tötete Dutzende Demonstranten, Hunderte wurden verletzt.
Obwohl die Urheber des Bombenanschlags nicht ermittelt werden konnten, verhaftete die Polizei mehrere Männer, mehrheitlich deutsche Einwanderer, die als »gefährliche Anarchisten« diffamiert wurden. In einem Schauprozess wurden sieben Angeklagte zum Tode verurteilt, darunter August Spies, der Herausgeber der deutschsprachigen Arbeiter-Zeitung. Einen Monat später wurden die Verurteilten gehängt.
Vor der Amerikanischen Revolution von 1774 war die Lage der Beschäftigten, der Handwerker und insbesondere der Ungelernten äußerst prekär.
Die Ereignisse gingen als Haymarket massacre in die Geschichte und das Gedächtnis der internationalen Arbeiterbewegung ein. Im Gedenken daran beschloss der Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 in Paris, den 1. Mai zum internationalen Kampftag der Arbeiterklasse zu erklären und an diesem Tag zukünftig weltweit für Arbeitszeitverkürzung zu demonstrieren.
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