Jungle+ Artikel 09.07.2026
Italiens Partei Futuro Nazionale vermarktet sich als "wahre Rechte"

Eher Tunichtgute als Tugendbolde

In Italien wurde eine neue rechtsextreme Partei gegründet: Futuro Nazionale. In der Konkurrenz mit den regierenden rechtsextremen Parteien versucht sie, sich als »wahre Rechte« zu vermarkten.

Für Giorgia Meloni stehen die Aussichten gut, nächstes Jahr als die Ministerpräsidentin mit der längsten ununterbrochenen Amtszeit in die Geschichte der Italienischen Republik einzugehen – eine Auszeichnung, die sie allerdings vor allem der traditionellen Kurzlebigkeit italienischer Regierungen verdankt. Nach der im März überstandenen Niederlage beim Referendum über die Justizreform wird sie nun erneut herausgefordert, diesmal vom eigenen politischen Lager.

Denn es gibt eine neue rechtsextreme Partei. Mitte Juni hat sie in Rom ihren offiziellen Gründungsparteitag abgehalten. Es handelt sich um den Futuro Nazionale (FN) des ehemaligen Armeegenerals Roberto Vannacci. Die Partei, die seit ihrer Registrierung Anfang Februar viel Medienaufmerksamkeit bekommt, liegt in Umfragen derzeit bei etwa fünf Prozent. Dennoch sorgt sie bereits für erhebliche Nervosität im rechten Lager, da sie sich in der Konkurrenz mit den regierenden rechtsextremen Parteien als »wahre Rechte« in Stellung bringt. Aufgrund des sich in derzeitigen Umfragen abzeichnenden Patts zwischen dem rechtsextrem/rechtspopulistischen Regierungslager und der oppositionellen Mitte-links-Koalition bei den Parlamentswahlen 2027 könnte sich Futuro Nazionale als entscheidend erweisen.

Kern von Roberto Vannaccis Weltbild sind die soldatische Haltung und die ihr inhärente Verachtung von Schwäche und Abhängigkeit.

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