30.07.2026
»Morning Star« von Këkht Aräkh

Aus der Masse heraus

Der ukrainische Black-Metaller Dmitry Marchenko ist über die Grenzen des Genres hinaus erfolgreich. Nun hat er mit seinem Soloprojekt eine neue Platte veröffentlicht.

Këkht Aräkh, das Solo-Black-Metal-Projekt des ukrainischen Musikers Dmitry Marchenko, hat mit »Morning Star« sein drittes Album veröffentlicht. Marchenko, der unter dem Künstlernamen Crying Orc aktiv ist, hat damit einen Longplayer vorgelegt, der überrascht, aber auch bekannte Pfade einschlägt.

In vielerlei Hinsicht folgt Marchenko dem klassischen Black-Metal-Rezept, vom martialischen Coverfoto über die Songthemen bis zum Lo-Fi-Sound des Albums. Gleichzeitig schafft er es, dem allen eine sehr eigene Note zu geben. Er beweist ein sicheres Gespür für eingängige Musik, die härtere Passagen geschickt mit ruhigen, atmosphärischen Momenten verbindet, auch wenn die Dramaturgie der Songs nicht immer ganz ausgereift wirkt.

Marchenko gelingt erneut ein eigentümlich zugängliches, stellenweise fast hypnotisches Album.

Wie gut es Marchenko gelingt, aus der Masse des Black Metal herauszustechen, bewies bereits das vorherige Album »Pale Swordsman« von 2021. Es machte das Projekt weit über die Grenzen des Genres hinaus bekannt und bescherte Marchenko einen gewissen Ruhm. Die Häme, die kommerzieller Erfolg bei den eher orthodoxen Fans der Musikrichtung gewohnheitsgemäß auslöst, blieb ihm dann auch nicht erspart. Die Entscheidung, für den Song »Eternal Martyr« mit Bladee einen ebenso prominenten wie überraschenden Gastmusiker für das neue Album ins Studio zu holen, wirkt da fast wie eine Trotzreaktion. Der schwedische Rapper hatte zuletzt dadurch Aufsehen erregt, dass er sich die britischen Untergrundlegenden Current 93, bekannt für ihr Kokettieren mit faschistischer Ästhetik, als Gastmusiker für sein jüngstes Album ins Studio holte.

Marchenko gelingt erneut ein eigentümlich zugängliches, stellenweise fast hypnotisches Album, das auch Hörerinnen und Hörer ansprechen dürfte, die mit Black Metal sonst wenig anfangen können.

 

Këkht Aräkh: Morning Star (Sacred Bones)