Rückkehr der Rock-Göre
2024 erlebte die Welt einen neongrünen Sommer. Das im Juni jenen Jahres erschienene Album »Brat«, das sechste der britischen Popmusikerin Charli XCX, wartete nämlich mit einem giftgrünen Cover auf – und sorgte damit für eine Flut an Memes. Nachdem die Musikerin die damals mitten im Wahlkampf steckende Kamala Harris ganz im Sinne ihres Albumtitels als »Brat« bezeichnet hatte, teilte auch diese ein Tiktok-Video mit knallgrünem Filter. Gebracht hat das am Ende allerdings nichts.
Das Wort »brat« ist eigentlich negativ konnotiert und bedeutet in etwa »verzogene Göre«. Charli XCX hat es geschafft, dieser Vokabel eine neue Bedeutung zu verleihen: Heute steht das Wort oft für hedonistische Frauen, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und sich nicht davon abhalten lassen, feiern zu gehen. Das Collins Dictionary kürte »Brat« ein paar Monate nach Erscheinen der Platte gar zum Wort des Jahres. Vor allem aber überzeugte das Album auch musikalisch: Es war ein äußerst eingängiges und zeitgemäßes Hyperpop-Album, das eine betont schrille und artifizielle Klangästhetik präsentierte.
In einer Zeit, in der Genres obsolet werden, spielt Charli XCX nun also mit dem Begriff »Rock«.
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