Jungle+ Artikel 13.08.2026
Vorabdruck aus: „Ein Paradies auf Erden: Politische Theologie und die lateinamerikanische Guerilla der 1960er Jahre"

Ein Paradies auf Erden

Drei Jahre nach dem Sieg der Kubanischen Revolution von 1959 schickte Ernesto »Che« Guevara eine Gruppe junger Männer nach Argentinien, die den Ejército Guerrillero del Pueblo (Guerillaarmee des Volkes), kurz EGP, aufbauen und einen bewaffneten Aufstand anführen sollten. Die Operation scheiterte. Im Nachhinein wurde bekannt, dass die Gruppe zwei ihrer Mitglieder hingerichtet hatte. Beide waren jüdischer Herkunft.

Vier Jahre bevor Mitglieder des Ejército Guerrillero del Pueblo (EGP) in den Bergen Saltas im Nordwesten Argentiniens ihre jüdischen Genossen Adolfo Rotblat und Bernardo Groswald hinrichteten, hatte sich im Hafen der kubanischen Hauptstadt Havanna ein folgenschwerer Zwischenfall ereignet. Am 4. März 1960 war der aus Antwerpen mit einer Ladung Waffen und Munition für die Revolutionsregierung eingetroffene Frachter »La Coubre« an einem der Piers in Flammen aufgegangen. Die Wucht der dadurch ausgelösten Detonationen und der darauffolgende Großbrand kosteten 75 Dockarbeiter, Soldaten und Rettungskräfte das Leben. Etwa 200 weitere Menschen wurden verletzt. Wenngleich nie mit Sicherheit geklärt wurde, ob das Feuer durch einen Unfall oder Sabotage ausgelöst wurde, hatte Fidel Castro die Schuldigen schnell ausgemacht. Für ihn bestand kein Zweifel daran, dass die Vereinigten Staaten verantwortlich waren.

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