Den Preis zahlen die Armen
Seit die Islamische Republik Iran im Zuge des Kriegs gegen die USA und Israel die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr weitgehend gesperrt hat, bilden sich vor den Tankstellen von Karachi bis Peshawar lange Schlangen. Petroleum – in Pakistan das Brennmittel der Armen – verteuerte sich im Frühjahr binnen weniger Wochen um rund 90 Prozent. Das Land mit 240 Millionen Einwohnern muss den überwiegenden Teil seines Ölbedarfs importieren.
In der Islamischen Republik Pakistan zeigt sich deutlich, wen diese Krise am härtesten trifft. Das Land bezieht sein Öl und sein Flüssiggas überwiegend aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Der Weg von dort nach Pakistan führt durch jene 33 Kilometer schmale Passage zwischen dem Iran und dem Oman. Anders als wohlhabendere Importeure verfügt Pakistan über keine nennenswerten Erdölreserven, keine Ausweichlieferanten und keinen Spielraum im Staatshaushalt. Das laufende Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) schränkt die Möglichkeiten für breit gestreute Subventionen stark ein und verlangt grundsätzlich die Weitergabe steigender Kosten an die Konsumenten. Die ohnehin schwache Rupie gerät dennoch unter Druck, weil der Staat mehr Devisen für Ölimporte aufwenden muss.
Die Philippinen riefen den nationalen Energienotstand aus; in Vietnam kam es zu Hamsterkäufen; in Pakistan, Bangladesh und Sri Lanka leiden die Haushalte unter rapide steigenden Preisen.
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