»In Russland werden Probleme in die Zukunft verschoben«
Mitte August wurde Andrej Klepatsch entlassen, der Chefökonom der staatlichen russischen Wneschekonombank, die für den Außenhandel zuständig ist. Er hatte zuvor öffentlich darüber gesprochen, dass Russland wirtschaftlich gegenüber Konkurrenten wie China und den USA zurückfalle und einen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen könne. Außerdem warnte er vor einer sozialen Krise in Folge des Kriegs. Wie ist die Lage in Russland?
Der Stand des Wirtschaftskriegs ist, dass Russland Probleme hat. Und zwar sowohl was die Strategie gegen den Westen betrifft als auch beim Management der eigenen Wirtschaft. Allerdings ist der Motor, der das Auto sozusagen grundsätzlich in Bewegung hält – wenn auch vielleicht nicht in die richtige Richtung – der Export von Erdöl. Erdgas ist nicht mehr so wichtig, Gazprom ist heutzutage ein Konzern, der Geld verliert. Aber solange das Erdölexportvolumen nicht signifikant fällt, kann Russland weitermachen.
»Wladimir Putin ist überzeugt, dass die Hegemonie des US-Dollars zerstört werden muss. Aber ich würde sagen, dass Russland mit diesem Plan absolut gescheitert ist.«
Klepatsch drückte also die Besorgnis aus, dass der Krieg Russland wirtschaftlich schadet, doch Präsident Wladimir Putin ist offenbar bereit, diesen Preis zu zahlen?
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