Das deutsche Gedenken hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Auf dem weiten Weg von der Verdrängung der eigenen Schuld zum öffentlichen Bekenntnis sind allerdings erhebliche Wissenslücken geblieben. Jüdische Erinnerungskultur hat im deutschen Gedenken bisher gar keinen Platz.
Die US-amerikanische Künstlerin und Autorin Molly Crabapple hat ein politisches und persönliches Buch über den Jüdischen Arbeiterbund geschrieben. Sie sieht diesen als Vorbild für ihren Antizionismus, doch zeigt ihr Buch auch, dass die Geschichte des Bunds widersprüchlicher und komplizierter ist.
In den dreißiger Jahren kommentierten jiddische Tageszeitungen in Warschau den Aufstieg des Nationalsozialismus im benachbarten Deutschland mit viel bissigem Witz und oft in Form von Karikaturen. Bis heute ist ein humoristischer Umgang mit Antisemitismus ein sehr wichtiger Bestandteil jüdischer Kultur.