Kasper König (55) gehört weltweit zu den profiliertesten Ausstellungsmachern. Aufgewachsen im muffigen Klima der Adenauer-Ära, war Kunst für ihn "der Einstieg in eine Welt, die man sonst nicht kannte, die neue Ideen und Veränderungen signalisierte". Nach einem Volontariat in einer Galerie ging König über London in die USA, wo er bis 1978 lebte. 1973 bis 1977 gab er die kunsthistorisch bedeutende Press of the Nova Scotia College, Halifax, heraus; in dieser Buchreihe erschienen Monographien u.a. von Hans Haacke, Donald Judd, Yvonne Rainer und Steve Reich. König organisierte in den Siebzigern und Achtzigern eine Reihe von Groß-Projekten, 1979 "Westkunst", 1984 "von hier aus" und 1987 die Skulpturenprojekte Münster. Insbesondere Westkunst, damals von der Kritik verrissen, gilt heute als wegweisend, weil die Ausstellung an die 1939 unterbrochenen Avantgarden anknüpfte und eine über die Kunst hinausgehende gesellschaftliche Bedeutung beanspruchte. Die Großausstellung als eigenständiges Medium zu begreifen, das Impulse der Kunst aufnimmt und in die Gesellschaft verstärkt, macht Königs Selbstverständnis aus. 1988 wurde er an die Staatliche Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt/M. berufen und ist seit 1989 ihr Rektor. Die aus Containern bestehende Ausstellungshalle Portikus, die König 1988 in Frankfurt gründete, setzte neue Maßstäbe - architektonisch, ökonomisch und ästhetisch. Wer hier ausstellt, hat den internationalen Durchbruch geschafft. Nach diversen Großausstellungen ("Der zerbrochene Spiegel", 1993) und Kunst-am-Bau-Projekten (Bewag 1997) bereitet König derzeit zusammen mit Wilfried Dickhoff ein Ausstellungsprojekt für die Expo in Hannover vor.