Der Club habe keine rechtsextremen Fans, betont das Management des FC Bayern München. Und wenn es eventuell doch Probleme gibt, dann waren es eben keine Bayern-Fans. Blättert man in den Fanzines herum, stellt sich das allerdings ganz anders dar. "Ajax ist bekannterweise ein 'Judenclub'", heißt es beispielsweise in dem Fanzine Sauerland-Echo. Von solchen Parolen distanziert sich der Verein offiziell, der politische Hintergrund nazistischer Symbole wird geleugnet. Als Lothar Matthäus auf dem Münchener Oktoberfest einen Niederländer anpöbelte ("Dich haben sie beim Adolf wohl vergessen"), war das nur ein Ausrutscher. Aber auch in der Vereinsspitze ist man für reaktionäre Parolen zu haben.
Dietrich Schulze-Marmeling, Autor des Buches "Die Bayern. Vom Klub zum Konzern" (Verlag Die Werkstatt), über die Strategie des um sein Image besorgten Vereins, den Rechtsextremismus seiner Fans herunterzuspielen.