Artikel von Pascale Müller

25.06.2015
Reportage Psychisch kranke Menschen in Côte d’Ivoire

Die Kettenmenschen von Bouaké

In Côte d’Ivoire sind psychisch kranke Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen. Viele Ivorer glauben, dass diese von Geistern oder Dämonen besessen seien. Sie werden zu Pfarrern und Schamanen gebracht, die sie angeblich durch Gebete heilen. In diesen »Gebetszentren« werden die Kranken oft monatelang an Bäume angekettet, man lässt sie hungern. Ein Besuch beim Hilfszentrum Saint Camille in Bouaké, das den Kranken ein Leben ohne Qual ermöglichen will.

18.06.2015
Ausland In der Côte d’Ivoire läuft alles digital

Digital für alle

Noch vor drei Jahren lag die Côte d’Ivoire am Boden. Auf einen Bürgerkrieg folgte die Teilung des Landes, dann die Regierungskrise im Jahr 2010. Seit 2012 geht es wieder bergauf, nicht zuletzt dank des Internets. Es ermöglicht politische Debatten, hilft aber auch vielen Bauern.

16.04.2015
Thema Der Krieg gegen Frauen im Norden Nigerias

Frauen als Kriegsbeute

Seit Anfang 2013 sind Entführungen von Frauen ein wesentlicher Bestandteil der Strategie Boko Harams im Kampf um die Vorherrschaft im Norden Nigerias. Seit der Entführung von über 200 Schülerinnen aus Chibok im vergangenen Jahr haben die Verschleppungen noch zugenommen. Die Terrormiliz ist jedoch nicht der einzige Akteur, der Frauen instrumentalisiert.

22.01.2015
Ausland Boko Haram mordet in Nigeria weiter

Angst vorm Kalifat

Die islamistische Terrormiliz Boko Haram hat Anfang Januar im nigerianischen Baga Hunderte Zivilisten ermordet. Mittlerweile sind auch die Nachbarländer bedroht.

18.12.2014
dschungel Mathieu Gauidère im Gespräch über Sex und Sharia

Das Paradox der arabischen Sexualität

In seinem 2012 erschienenen Buch »Sex und Sharia« vertritt der tunesisch-französische Islamwissenschaftler Mathieu Guidère die These, dass die sexuelle Befreiung das wichtigste Ziel des »arabischen Frühlings« war. Inzwischen habe der »Islamische Staat« die Revolte gekapert und die Sexualität der Jugend grausam instrumentalisiert.

04.09.2014
Thema Imad Mesdoua im Gespräch über die Aussichten der Friedensverhandlungen

»Internationale Truppen werden im Land sehr gebraucht«

Am 11. August 2013 wurde Ibrahim Boubacar Keïta zum neuen Präsidenten Malis gewählt. Zuvor war die Regierung unter Amadou Toumani Touré von einer Militärjunta gestürzt worden. Der Norden des Landes drohte durch bewaffnete Islamisten und Tuareg-Separatisten im Chaos zu versinken. Ein Jahr nach der Wahl beginnen die Friedensverhandlungen. Derweil erlebt die malische Armee trotz internationaler Unterstützung durch französische Truppen und die UN-Mission Minusma immer wieder Rückschläge gegen die Milizen im Norden. Die Jungle World hat mit Imad Mesdoua über die Erfolgsaussichten der Friedensverhandlungen, die Zersplitterung der bewaffneten Gruppen, den Einfluss des Drogen- und Waffenschmuggels und die Bedeutung internationaler Akteure in Mali gesprochen. Mesdoua war freier Journalist, spezialisiert auf investigative Recherche im Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und der Subsahara. Heute arbeitet er als Politikanalyst für die Sicherheitsfirma Mintz Group.

24.07.2014
Ausland Boko Haram mordet in Nigeria weiter

Mörderische Masche

Die Morde durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram im Norden Nigerias nehmen zu. Nigeria droht zu einem failed state zu werden. Mitschuld tragen ein korrupter Sicherheitsapparat und Machtkämpfe in der Politik.

05.06.2014
Thema François Jost im Gespräch über den Umgang der Medien mit der französischen Rechten

»Heute fehlt die einstimmige Ablehnung des FN«

François Jost ist Professor für Soziologie an der Universität Sorbonne III in Paris. Seit 1997 leitet er das Forschungszentrum für Medienbild und -ton (CÉISME). Er unterrichtete an zahlreichen Universitäten, unter anderem in Montreal, Barcelona, Montevideo, Leuven, Rosario und Buenos Aires. Wie einige seiner Kollegen, etwa der Soziologe Michel Wieviorka, hält er die Darstellung des Front National in den französischen Medien für bedenklich. Mit der Jungle World sprach er über die Akzeptanz rechter Rhetorik in den Medien, Marine Le Pens Marketingstrategie und das Versagen der Pariser »Elite«.

15.05.2014
Thema Der Islamismus in Nordnigeria und die Kampagne für die Befreiung der entführten Schülerinnen

Tragödie mit Ansage

Die Entführung der nigerianischen Schülerinnen durch die islamistische Terrortruppe Boko Haram sorgt weltweit für Empörung. Sie zeigt ein tiefsitzendes Problem Nordnigerias mit islamistischen Strukturen auf.

03.04.2014
Thema Alain und Dafroza Gauthier im Gespräch über ihre Suche nach den Tätern des Genozids

»Wir kämpfen gegen das Vergessen«

Seit 2001 gibt es den Opferschutzverband Collectif des Parties Civiles pour le Rwanda (CPCR). Nach einem Prozess gegen Verantwortliche für den Völkermord in Ruanda in Belgien entschieden sich Dafroza und Alain Gauthier, in Frankreich lebende Schuldige des Genozids an den Tutsi und gemäßigten Hutu aufzuspüren und anzuklagen. Seither haben sie mehr als 25 Täter ausfindig gemacht und mit ihrer erfolgreichen Zivilklage gegen Pascal Simbikangwa im März 2013 zum ersten Mal ein Urteil in Frankreich erwirken können. Die Jungle World sprach mit dem Ehepaar über die Tätersuche im Ausland, das Zusammenleben von Opfern und Tätern in Ruanda und nie geleistete Reparationszahlungen.

23.01.2014
Dossier Nacktproteste in der Frauenbewegung

Das große Ausziehen

Vom »Busenattentat« über Femen bis zu den »Slutwalks«: über Nacktproteste in der Frauenbe­wegung.

08.08.2013
Ausland Über Monarchie und Islamismus in Jordanien

Brüderliche Hilfe

In Jordanien blieb die demokratische Protestbewegung bislang schwach. Doch die Macht der Monarchie wird von anderen Gruppen bedroht.

11.07.2013
Interview Rula Quawas im Gespräch über Feminismus in Jordanien

»Feminismus entsteht zu Hause«

Rula Quawas ist Professorin für amerikanische Literatur und feministische Theorie an der University of Jordan in Amman. Sie war die Erste, die feministische Theorie in den Lehrplan aufnahm, gegen den Widerstand ihrer Vorgesetzten. Im September vergangenen Jahres wurde ihr wegen eines kontroversen Videos der Posten als Fachbereichsleiterin entzogen. Die Jungle World sprach mit ihr über »arabischen« und »westlichen« Feminismus und die Kraft, die es kostet, sich in Jordanien für die Rechte von Frauen stark zu machen.

04.07.2013
Ausland Amal Elmohandes, Engy Ghozlan und Rebecca Chiao im Gespräch über Gewalt gegen Frauen in Ägypten

»Es reicht nicht, Mursis Regierung zu stürzen«

Die Proteste des 30. Juni werden in Ägypten als Sternstunde der Demokratie gefeiert. Überschattet werden sie von einer erneuten Welle brutaler Übergriffe auf Frauen in der Öffentlichkeit. Mehr als 46 Massenvergewaltigungen wurden allein an diesem Tag in Kairo bestätigt. Die Jungle World sprach mit drei prominenten ägyptischen Frauenrechtlerinnen über die Vorfälle und deren politische Konsequenzen. Amal Elmohandes ist Direktorin des Nazra-Instituts für Feministische Studien, Engy Ghozlan arbeitet unter anderem für Opantish (Operation Anti Sexual Harassment) und Rebecca Chiao ist Mitglied der Nichtregierungsorganisation Harassmap Cairo.

13.06.2013
Reportage Hat das größte Flüchtlingscamp der Welt in Jordanien besucht

Zelte, Nudeln, Mädchen

Das weltweit größte Flüchtlingscamp, Zaatari, liegt mitten in der jordanischen Wüste. Hier kommen die Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs an, von hier wollen alle weg, doch die meisten sitzen fest. Um das Camp herum haben sich mittlerweile diverse Geschäfte entwickelt.

28.03.2013
Thema Der »Harlem Shake« als Protest gegen die Islamisten

Shake it up, baby!

Der »Harlem Shake« begann als inhaltsloser Internetgag. Dann benutzten tunesische und ägyptische Jugendliche den Internet-Tanz als Protest gegen die Islamisten. Mit unverhältnismäßig strengen Strafen versuchen die empörten Religionsführer, dem »unmoralischen Verhalten« ein Ende zu setzen. Und erreichen das Gegenteil.

31.01.2013
Thema Pierre Vermeren im Gespräch über die Rolle der Tuareg

»Die Arena ist größer als der Norden Malis«

Pierre Vermeren ist Professor für Geschichte und Gegenwart des Maghreb an der Universität Sorbonne in Paris. Die Jungle World sprach mit ihm über die Rolle der Tuareg und die Bedeutung kolonialer Staatsgrenzen im Konflikt um den Norden Malis.

03.01.2013
Inland Wie deutsche und iranische Firmen das Wirtschaftsembargo umgehen

Wo der Baukran leise quietscht

Die EU hat die Wirtschaftssanktionen ­gegen den Iran im Juli noch einmal verschärft. Mit dem Ölembargo wurde auch ein Verbot von Finanztransfers an den Iran verhängt. Dennoch gibt es nach wie vor viele deutsche Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben. Einige davon überschreiten dabei auch Grenzen.

20.12.2012
Thema Der Kampf um Anbauflächen für Nahrungsmittel

Sturz ins Bodenlose

Immer wieder wird davon gesprochen, dass die Anbauflächen für Nahrungsmittel knapp werden, von einem »Peak Soil« ist die Rede. Aber nicht so sehr die Bodenfläche ist das Problem, sondern vor allem die Fruchtbarkeit des Bodens.