Beiträge von Vojin Saša Vukadinović

S-w-Fotos der Mitglieder von Schimmel über Berlin
2026/18 dschungel »Eisenmund«, das Debütalbum der Band Schimmel über Berlin

Einzig sie selbst

Im Berliner Nordosten lebt der Untergrund: Hier sind um das Aufnahmestudio ADK in den vergangenen Jahren eine Reihe von Bands entstanden, unter anderem Schimmel über Berlin. Deren aktuelles Album »Eisenmund«, dessen Sound die düsteren Achtziger aufleben lässt, changiert zwischen surrealem Traum und totaler Abgebrühtheit.
Petrischale
2026/05 dschungel Avital Ronells Buch »America: The Troubled Continent of Thought«

Jungle+ Artikel Faszinierendes Schreckgespenst

Für Martin Heidegger waren sie gottlos, für Jacques Derrida das akademische Sprungbrett: Wie die Vereinigten Staaten von Amerika zum Austragungsort theoretischer Kämpfe dies- und jenseits des Atlantik wurden, hat Avital Ronell für ihr Bändchen »America« aufgeschrieben.
Gillian Rose in ihrem Haus im englischen Leamington Spa
2025/49 dschungel Zum 30. Todestag der britischen Adorno-Kennerin Gillian Rose

Denken als Passion

Vor 30 Jahren starb die britische Philosophin Gillian Rose. Während sie in Großbritannien auch in Nachbar­disziplinen wie der Soziologie rezipiert wird, ist sie in Deutschland nicht nur fast unübersetzt, sondern trotz ihrer Arbeiten zur Kritischen Theorie und der Shoah nahezu unbekannt geblieben.
Gemälde von Sigrid Kopfermann; Foto der Malerin
2025/48 dschungel Peter Ulrich Hein, Buchautor, im Gespräch über die Nachkriegsmalerin Sigrid Kopfermann

»Sie war sich ihrer selbst sehr sicher«

Das sogenannte Informel, die wichtigste Strömung der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit, wurde auch von Frauen geprägt, wie eine Ausstellung in Hagen derzeit zeigt. Eine der ausgestellten Künstlerinnen ist die Malerin Sigrid Kopfermann. Der Soziologe und Kunstwissenschaftler Peter Ulrich Hein, der eine Monographie über die Künstlerin geschrieben hat, zeichnet im Gespräch mit der »Jungle World« das Leben der unkonventionellen Kopfermann nach und beschreibt, welche Rolle sie in der westdeutschen Nachkriegsmoderne einnahm.
Irma Sterns »Maid in Uniform« von 1955 in der Ausstellung im Brücke-Museum Berlin
2025/41 dschungel Wie eine Ausstellung über die Expressionistin Irma Stern die Künstlerin antirassistisch delegitimiert

Jungle+ Artikel Der Theoriemode geopfert

Die jüdische Malerin Irma Stern war eine wichtige Vertreterin des Expressionismus. In ihrer Heimat Südafrika ist sie weitaus bekannter als in Deutschland, dem Geburtsort ihrer Eltern, wo sie zeitweise lebte. Eine Ausstellung in Berlin widmet sich Stern nun unter identitätspolitischen Vorzeichen und verschleiert und verzerrt die Bio­graphie der Künstlerin.
Britische Straßenszenerie mit Werbeplakat einer Zeitung und zwei Frau mit Kinderwagen
2025/39 dschungel Julie Bindel, Feministin, im Gespräch über den »grooming gangs scandal« und das Versagen von Polizei und Linken bei der Aufklärung von Gruppenvergewaltigungen und sexueller Ausbeutung von Mädchen

Jungle+ Artikel »Die missbrauchten Mädchen sind in diesem ideologischen Krieg nur Kanonenfutter«

Seit zwei Jahrzehnten werden in Großbritannien immer wieder Fälle banden­mäßiger sexueller Ausbeutung von Mädchen und sogenanntem »grooming« publik, mittlerweile spricht man vom »grooming gangs scandal«. Über 17.000 Fälle sind in der Kriminalstatistik verzeichnet. Die Polizei schaute jahrelang weg oder glaubte den Opfern nicht, wie der sogenannte Casey Report, ein vom Staat in Auftrag gegebener Bericht, in diesem Sommer bestätigte. Die Frauenrechtlerin Julie Bindel erklärt im Gespräch mit der »Jungle World«, was die Taten mit der meist pakistanischen Herkunft der Täter zu tun haben, wie die Fälle in der identitäts­politischen Linken debattiert werden und wieso Elon Musks Beiträge zu dem Skandal verlogen sind.
Mela Hartwig, hier auf einer undatierten Aufnahme
2025/24 dschungel Der Stoff, aus dem Träume sind - Mela Hartwigs 1943/44 im Londoner Exil verfasster Liebesroman »Der verlorene Traum« wird erstmals veröffentlicht

Jungle+ Artikel Barbaras Träume

Die österreichische Malerin und Schriftstellerin Mela Hartwig veröffentlichte zahlreiche Bücher – ihr in den ­vierziger Jahren im britischen Exil verfasster Roman »Der verlorene Traum«, der geschickt mit Kitsch spielt und nun zum ersten Mal erscheint, dreht sich um eine fade Ehe und den Traum der Protagonistin Barbara, aus dieser ­auszubrechen.
Kathleen Hanna bei einem Auftritt mit Bikini Kill in Schweden, 2022
2024/30 dschungel Kathleen Hanna (Bikini Kill / Le Tigre) hat ihre Autobiographie »Rebel Girl« geschrieben

Nicht mehr alles anders machen

Kathleen Hanna hat ihre Autobiographie vorgelegt. Die Musikerin, vor allem bekannt wegen ihrer Bands Bikini Kill und Le Tigre, hat aber keine Chronik der Riot-Grrrl-­Bewegung geschrieben, sondern erzählt vor allem Tratsch aus ihrem Privatleben – und knickt vor vielen pseudoemanzipa­torischen Ideen der Gegenwart ein.
Vor Gericht. Ingrid Strobl ­während des Prozesses gegen sie Ende der achtziger Jahre
2024/07 dschungel Nachruf auf die Autorin Ingrid Strobl

Ausscheren aus den Grundüberzeugungen

Ende Januar verstarb die Feministin Ingrid Strobl, die meist dafür erinnert wird, dass sie einen Wecker für eine Bombe der Revolutionären Zellen kaufte und deshalb im Gefängnis saß. Doch die Journalistin und Autorin Strobl beschäftigte sich auch früh mit dem Widerstand vor allem jüdischer Frauen gegen den Nationalsozialismus und kritisierte ebenso früh auch den Antizionismus in der Linken.
1975 besetzen Sympathisantinnen des Mouvement de Liberation des Femmes (MLF) die Parteizentrale der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) in Genf. Monique Wittig war eine der Gründerinnen des MLF gewesen
2024/05 dschungel »Das straighte Denken« von Monique Wittig erscheint zum ersten Mal auf Deutsch

Lesbische Wirkung

Die 2003 verstorbene französische lesbische Feministin Monique Wittig wurde in Deutschland kaum rezipiert. Heutzutage wird sie vor allem von der Queer Theory vereinnahmt; ein neu erschienener Band von Wittig zeigt allerdings auf, dass dieses Unterfangen gar nicht so leicht ist.
Adorno und Horkheimer zufolge schildert Homers »Odyssee« den Zusammenhang von Triebkontrolle und Subjektivität
2023/51 Thema Linke neigen immer ­stärker zur »Wir«-Form und verzichten auf individuelle Freiheit

Jungle+ Artikel Verzicht und Bezichtigung

Freiheit, so scheint es, ist heutzutage nur noch auf der Basis kollektiver Selbstbeschränkung zu erkämpfen. Aus der Sehnsucht nach der biederen Sippe, die sich zu diesem Zweck formieren soll, spricht vor allem die Überforderung, individuelle Freiheit überhaupt noch zu denken.