12.10.2017 / 13:42 Uhr

Deutsches Auswärtiges Amt fördert iranische Schia-Ausstellung auf Frankfurter Buchmesse

Von
Gastbeitrag von Kazem Moussavi
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Das Auswärtige Amt und deutsche Kulturbehörden fördern in Kooperation mit dem iranischen „Ministerium für Kultur und islamische Belehrung“ die Ausstellung „Reisen in die Innere Welt des schitischen Islam“ auf der Frankfurter Buchmesse. Auf dem Werbeflyer sind die Logos weiterer Kooperationspartner abgebildet, die allerdings nicht zu identifizieren sind, da die im Internet veröffentlichten Versionen nicht vergrößert werden können oder in der Vergrößerung unscharf werden.   

Die Bilder der Ausstellung sollen die Faszination der schiitischen Kunstwerke, Moscheen und Scharia-Schulen in den Pilger-Städten Qom im Iran und Mashhad im Irak vermitteln. Sie wurden von dem Deutschen Hans Georg Berger fotografiert und bereits vom Heidelberger Kehrer-Verlag als Bildband publiziert.

 

Die Diskussionsbeiträge dieser Schia-Werbeveranstaltung waren ausschließlich auf Aleppo in Syrien, Karbela, Ḥilla, Kufa und Najaf in Irak, Jabal-Amil im Libanon, Al-Hasa in Saudi-Arabien und Baḥrain konzentriert. Diese Städte stehen im Zentrum der Kriegshandlungen der Mullahs in der Region.

Die Fotografien werden laut Regime-Presse vom Kulturattaché der Mullah-Botschaft in Berlin, Ali Moujani, in Anwesenheit des Direktors der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, am so genannten „Iran-Tag“ der Messe, am 13.10., präsentiert und angepriesen. Das Ziel dieser (Wander-)Ausstellung ist, den iranischen Schiismus in Deutschland als ästhetische Religion darzustellen, im Gegensatz zu dessen Konkurrenten, den Sunniten und Salafisten.

Das vorgeschobene Motto des iranischen Kulturministeriums auf dieser Messe lautet „Kultur-Diplomatie in politischen Beziehungen“. Es wirbt damit, dass „alle Verlage und Schriftsteller unter dem Dach der islamischen Republik ausstellen“. Dies belegt, dass unabhängige Verlage im „iranischen Pavillon“ auf der Messe“ nicht präsent sind.

Unter den staatlichen Verlagen befinden sich:

     – Der Verlag „Entesharat Defae Moghadas/ Heiliger Widerstand“ der Revolutionsgarde und der Verlag Bessat, Letzterer ist in Besitz der militärischen Einheit „Sepah-e Mohammed Rasulallah“, die unmittelbar für die Kontrolle der „Sicherheit“ im Großraum Teheran zuständig ist. Repräsentant des Bessat Verlages ist der Jihadist Golali Babai, Lieblingsschriftsteller und Vertrauter des Religionsführers Ali Khamenei.

     – Die „Stiftung zum Schutz und der Verbreitung der Werke und Werte der heiligen Verteidigung“. Sie ist durch den „Schriftsteller“, den General der Revolutionsgarde Hamid Hesam vertreten,

     – sowie die Verlage „Naschr 27 Bessat“, „Sarir“, „Soureh Mehr“, „Bagh-e Mouzeh Defae Moghadas“ und „Ghadr-e Welayat“.

Das iranische Propaganda-Ministerium führt auf der Messe schiitische Passionsspiele mit Musikdarbietungen (TAZIEH) auf, in denen das Martyrium des dritten schiitischen Imam Hossein in der Schlacht von Kerbela/Irak im Jahr 680 inszeniert wird. Emam Hossein, der Enkel des Propheten Mohammed ist für das apokalyptische System Symbol der Opferbereitschaft und Hingabe an die „Ahl al-bait“-Ideologie, die jihadistische Expansion der iranischen Revolution.

TAZIEH wurde kürzlich auch im Abschlussprogramm des iranischen Workshops “DIE TAUSENDJÄHRIGE SCHULE DER SCHIA“ in den Räumen der Lobby-Organisation NUMOV in Berlin präsentiert (6.-7.10.).

Die Diskussionsbeiträge dieser Schia-Werbeveranstaltung waren ausschließlich auf Aleppo in Syrien, Karbela, Ḥilla, Kufa und Najaf in Irak, Jabal-Amil im Libanon, Al-Hasa in Saudi-Arabien und Baḥrain konzentriert. Diese Städte stehen im Zentrum der Kriegshandlungen der Mullahs in der Region. Beim Workshop sollte der schiitische und somit iranische Anspruch auf diese Orte salonfähig gemacht werden. Außerdem sprach der Vertreter des Revolutionsführers Ali Khamenei in Europa, Ayatollah Reza Ramazani (IZH), über die „Schia im zeitgenössischen Europa”.

Die Bundesregierung unterstützt die schiitische Bilderausstellung der Mullahs auf der Messe und damit die Literatur und Kultur eines Regimes, das andersdenkende Schriftsteller, Verleger, Künstler, Filmemacher und Intellektuelle im Iran und im Exil terrorisiert, inhaftiert und ermordet, das den Holocaust leugnet und Israel vernichten will. Es darf in Deutschland in keinster Weise gefördert und hofiert werden.

Die Exil-Iraner protestieren gegen die Teilnahme des antisemitischen Regimes an der Frankfurter Buchmesse.

Beitrag zuerst erschienen auf Iransforum.