Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit: Gedenken an Jina Mahsa Amini und den Mut des Widerstands
Heute jährt sich zum dritten Mal die staatliche Ermordung von Jina Mahsa Amini, einem Symbol der iranischen „Jin, Jiyan, Azadî – Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung. Ihr Mut und ihre Botschaft werden weltweit von Regimegegner:innen und Menschenrechtsorganisationen geehrt.
Jina – Leben – ist nicht nur ein Name, sondern eine Stimme des Widerstands gegen 46 Jahre Unterdrückung, Gewalt und Hinrichtungen durch das iranische Gender-Apartheid-Regime. Sie spricht stellvertretend für die Kurden, alle unterdrückten Minderheiten, die LGBTIQ-Community, politische Gefangene und für die Frauen und Männer, die in den Kerkern der Mullahs sitzen – viele von ihnen unmittelbar von Hinrichtungen bedroht.
Die „Woman, Life, Freedom“-Bewegung kämpft für Freiheit, Gleichberechtigung, Säkularismus und einen atomwaffenfreien Iran. Sie setzt sich gegen ein atomar bewaffnetes, klerikalfaschistisches Regime ein, das Krieg in den Iran brachte, die Region destabilisiert, Terrororganisationen wie Hamas, Hisbollah und Houthi und das Oktoberpogrom gegen Israel unterstützt und mit autoritären Staaten wie Putin kooperiert.
Darüber hinaus widersetzt sich die Bewegung der patriarchalen Kultur und Erziehung in der iranischen Gesellschaft und kämpft gegen jegliche Form autoritärer Herrschaft, die Menschen in Angst, Unterdrückung und Ungleichheit hält.
Dieses Regime exportiert Islamismus, Antisemitismus und Terror und gefährdet die weltweite, darunter die deutsche Sicherheit.
Kurz vor dem Gedenken an Jina wurden in Teheran und anderen Städten Musik- und Tanzveranstaltungen vorübergehend toleriert, um die wachsenden Proteste zu kontrollieren. Hinter dieser scheinbaren Öffnung steckt jedoch Propaganda: Die Herrschenden instrumentalisieren den legitimen Widerstand iranischer Frauen für ihre eigenen Zwecke – ein deutliches Zeichen, wie sehr das Regime die Zan-Zendegi-Azadi-Bewegung fürchten.
Heute streiken die Ladenbesitzer in der kurdischen Geburtsstadt von Jina in Saqqez. Das Regime ist in Alarmbereitschaft.
Die Realität im Land ist erschütternd: Unter Präsident Pezeshkian erlebt der Iran eine dramatische Repressionswelle. Seit September 2024 wurden über 1.800 Menschen hingerichtet, die Hälfte allein in 2025 – darunter mindestens 40 Frauen und zahlreiche Angehörige ethnischer Minderheiten. Mehr als 50 politische Gefangene, darunter Sharifeh Mohammadi, Pakhshan Azizi und Varishe Moradi, warten auf ihre Exekution. Nach dem 12-Tage-Krieg wurden 21.000 Menschen wegen angeblicher „Kooperation mit Israel“ festgenommen. Jeder Widerstand wird brutal erstickt.
Gleichzeitig versucht das Regime, unter internationalem Druck mit seiner altbekannten Taktik der „islamischen Zweckmäßigkeit“ (Taqiyya) zu täuschen. In Kairo unterzeichnete es ein Abkommen mit der IAEO, das nur vage Inspektionen vorsieht und geheime Militäranlagen ausklammert – ein klares Täuschungsmanöver. Europäische Beschwichtiger spielen bereitwillig mit und verzögern den Einsatz des Snapback-Mechanismus.
Da das Mullah-Regime niemals sein Atomprogramm aufgeben wird und militärische Interventionen zunehmend unwahrscheinlich erscheinen, bleibt nur ein Weg: der Sturz des Regimes durch die „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung. Sie ist die treibende Kraft für Freiheit und Demokratie im Iran und kann langfristige Stabilität in der Region sichern.
Deutschland als bedeutender Handelspartner trägt eine besondere Verantwortung. Die Bundesregierung muss den Snapback-Mechanismus konsequent nutzen, um politische Gefangene und westliche – darunter deutsche – Geiseln freizupressen und das Regime zu schwächen. Zudem müssen die Revolutionsgarden, verantwortlich für politische Verfolgung, internationale Terroraktivitäten und Atomraketenprojekte, auf die EU-Terrorliste gesetzt werden – eine zentrale Forderung der iranischen Opposition, die seit 2022 ignoriert wird.
Am 16. September 2025 findet in Berlin und Frankfurt am Main die antifaschistische und feministische Kundgebung zur Ehrung von Jina Mahsa Amini statt. Die Teilnehmenden fordern:
- Maximaler Druck auf das Regime durch konsequente Unterstützung der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung
- Aufnahme der Revolutionsgarden auf die EU-Terrorliste
- Aktivierung des Snapback-Mechanismus, solange möglich
- Stopp der Hinrichtungen und Freilassung aller politischen Gefangenen sowie westlicher Geiseln im Iran
Jina Mahsa Amini hat der Welt gezeigt, dass Mut, Gerechtigkeit und Menschlichkeit stärker sind als Angst, Unterdrückung und Gewalt. Ihre Botschaft lebt weiter – und mit ihr die Hoffnung auf einen freien, gerechten, demokratischen und friedlichen Iran.