Freitag, 07.11.2025 / 22:38 Uhr

Teheran geht das Wasser aus

Der ausgetrocknete Fluss Zayandehrud, der Teheran mit Wasser versorgt

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Rokna.net

Teherans Durst – Die fatalen Prioritäten des Mullah-Regimes und die vernachlässigte geordnete Umwelt- und Wassermanagementpolitik.

Die Warnung von Mullah-Präsident Masoud Pezeshkian am 7. November 2025, dass Teheran möglicherweise evakuiert werden müsse, falls in den kommenden Wochen kein signifikanter Regen falle, ist mehr als eine meteorologische Mahnung – sie offenbart das Resultat jahrzehntelanger Misswirtschaft, ideologischer Blindheit und geopolitischer Prioritäten, die elementares menschliches Leben systematisch vernachlässigen.

Teherans Wasserversorgung hängt von fünf Hauptstauseen ab – Lar, Mamlu, Amir Kābir, Taleqan und Latyan. Besonders der Amir Kābir-Stausee, das größte Reservoir, enthält nur noch 14 Millionen Kubikmeter Wasser – acht Prozent seiner Kapazität, ein dramatischer Rückgang gegenüber den 86 Millionen Kubikmetern des Vorjahres. Die über zehn Millionen Einwohner Teherans verbrauchen täglich rund drei Millionen Kubikmeter Wasser. Doch diese Krise betrifft nicht nur die Hauptstadt: Nahezu alle großen und kleinen Städte des Landes leiden unter Wassermangel, abtrocknenden Flüssen und ausgetrockneten Seen. Hunderttausende Quellen, Flüsse und Feuchtgebiete sind weitgehend versiegt: So haben der große Salzsee Lake Urmia, zahlreiche Flusssysteme wie der Zayandeh Rud und viele kleinere Seen ihr Wasser nahezu vollständig verloren. Über 300 Grundwasserkörper gelten aufgrund extremer Entnahmen als kritisch gefährdet, und mehr als 30 Milliarden Kubikmeter Wasser wurden in den letzten Jahrzehnten verschwendet oder gingen durch mangelhafte Infrastruktur verloren.

Zusätzlich verschärfen Desertifikation, Bodenerosion, Abholzung der Wälder, Verlust von Feuchtgebieten, steigende Luftverschmutzung und die Vernichtung natürlicher Vegetationsflächen die Wasserkrise. Diese Faktoren bedrohen nicht nur die Trinkwasserversorgung, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion, die Ernährungssicherheit und die Lebensqualität der Bevölkerung in weiten Teilen des Landes.

Die Wasserkrise verursacht nicht nur ökologische und infrastrukturelle Schäden, sondern hat auch massive volkswirtschaftliche und humanitäre Folgen. Landwirtschaftliche Produktion und Viehzucht sind in weiten Regionen stark eingeschränkt, was zu Ernteverlusten von mehreren Millionen Tonnen pro Jahr führt und die Ernährungssicherheit des Landes gefährdet. Industrie und städtische Versorgungseinrichtungen müssen rationiert werden, wodurch Produktionsausfälle und wirtschaftliche Einbußen in Milliardenhöhe entstehen. Gleichzeitig sind Millionen Menschen täglich vom Zugang zu sauberem Trinkwasser abgeschnitten, was Gesundheitsrisiken wie Dehydrierung, Wasserübertragene Krankheiten und psychosoziale Belastungen für die Bevölkerung massiv erhöht.

Seit Beginn der Mullah-Herrschaft 1979 war umwelt- und wasserpolitisch Fachleuten bekannt, dass das Land unter trockenen und heißen klimatischen Bedingungen leidet und auf Regenwasser, Grund- und Oberflächenwasserressourcen angewiesen ist. Das Regime ignorierte diese Warnungen systematisch. Gleichzeitig wurde eine islamische Bevölkerungspolitik betrieben, die hohe Geburtenraten förderte: Die Bevölkerung wuchs von rund 30 Millionen 1979 auf etwa 90 Millionen im Jahr 2025 – ein Wachstum, das die ohnehin knappen Wasserressourcen nahezu aller Regionen unerträglich belastet. Die städtische Wasserinfrastruktur ist veraltet und schlecht gewartet, wodurch jährlich Millionen Kubikmeter Trinkwasser durch Leckagen verloren gehen.

Milliarden fließen stattdessen in geopolitische Ambitionen, Nuklearprogramme und die Unterstützung militärischer Gruppen wie Hamas, Hisbollah und Huthi zur Vernichtung Israels und der Islamisierungspolitik, während die elementare Versorgung der Bevölkerung systematisch vernachlässigt wird. Wasser und andere lebenswichtige Ressourcen werden als Instrument politischer Kontrolle und Einnahmequelle zur Finanzierung von Terror und ideologischer Expansion genutzt.

Die Krise trifft besonders ländliche Regionen und nationale ethnische Minderheiten hart, wo Wasserknappheit bereits soziale Spannungen und Konflikte um Ressourcen erzeugt hat. Kritische Stimmen von Umwelt- und Wasserexpert:innen werden systematisch unterdrückt, sodass politische und zivile Verantwortung für nachhaltiges Wassermanagement fehlt. Internationale Abhängigkeiten beim Import von Wassertechnologie verschärfen die Lage zusätzlich, da Sanktionen wegen der Menschenrechtsverletzungen, des regionalen Terrorismus und der Atomraketenprojekte sowie der Misswirtschaft und Korruption den Zugang zu dringend benötigten Mitteln zur Umweltinvestitionen erschweren.

Die drohende Evakuierung Teherans ist ein deutliches Symbol für die politische und ökologische Verantwortungslosigkeit des Regimes. Sie zeigt, dass die Mullahs ihre Macht auf Kosten der Existenzsicherung der Bevölkerung aufrechterhalten. Teherans Durst ist nicht nur eine lokale Krise, sondern ein landesweites Symptom strategischer Fehlentscheidungen: Missmanagement, ideologische Priorisierung und Ignoranz gegenüber menschlichem Leben haben die Umwelt, die Wasserversorgung und die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zerstört.

Die internationale Gemeinschaft muss diese Entwicklung als Warnsignal begreifen: Solange das Mullah-Regime existiert und Ressourcen des Landes für ideologische Hinrichtungspolitik, Expansion, regionale Dominanz, Terror, Atomprogramme und Vernichtungsantisemitismus priorisiert, bleiben soziale, ökologische und humanitäre Katastrophen zunehmend, unvermeidlich – von Teherans Wasserkrise bis hin zu landesweiten Engpässen in Städten und ländlichen Regionen, begleitet von Desertifikation, Bodenerosion, Waldverlust und wachsender Nahrungsmittelunsicherheit.

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