Sonntag, 03.05.2026 / 23:28 Uhr

Tunesien sackt im Index der Pressefreiheit ab

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Seit der zunehmend diktatorisch regierende tunesische Präsident Kais Saied  die Macht vor fünf Jahren in Tunesien übernommen hat, steht es Freiheiten dort schlecht. Zeitungen werden verboten, Journalisten unter teils hanebüchenden Anklagen eingesperrt und Oppositionelle verfolgt.

Entsprechen sackte im globalen Ranking der Pressefreiheit das Land um 43 Plätze auf die hintersten Ränge ab und findet sich dort (wieder) unter vielen anderen arabischen Staaten:

In nur vier Jahren ist Tunesien auf der Rangliste der Pressefreiheit um 43 Plätze abgerutscht und steht heute auf Platz 137 von 180 verglichenen Ländern. Christopher Resch (von den Reportern ohne Grenzen) kann sich an kein vergleichbares Beispiel für einen solchen Absturz erinnern. Zur Knebelung der Presse in Tunesien gehört auch, dass in diesem Jahr Journalistinnen und Journalisten Pressekarten und Drehgenehmigungen bislang versagt wurden. (...)

Die Journalistin Amira Mohamed hat nach 2011 im Arabischen Frühling die Öffnung der Spielräume für die freie Presse genossen. Heute, sagt sie, sei davon nur mehr wenig übrig: "Es wird zensiert, von Seiten der Redaktionen aus, aber auch von Seiten einiger Kollegen aus, die sich aus Angst selbst zensieren. Es gibt eine vor- und eine nachgelagerte Zensur." Über einige Themen würden die Medien gar nicht mehr berichten, "da finden sich dann ein paar ausländische Medien und nur sehr wenige tunesische, keine öffentlichen oder privaten Medien".