Beiträge von Peter Laskowski
Kontrolle über zwei Meerengen: Was der Vorstoß der Huthis am Roten Meer bedeutet
Wie die Huthi-Offensive im Jemen-Krieg Irans strategisches Gewicht erhöht, Saudi-Arabiens Ölstrategie unter Druck bringt und die Schwachstellen eines Energiesystems sichtbar macht, das seine Sicherheit immer wieder durch neue Ausweichrouten zu gewinnen versucht – mit Folgen für die erdölbasierte Weltwirtschaft. (Teil I)
Drei Entwicklungen, drei Schauplätze, ein gemeinsames strategisches Problem: Iran erhöht den Druck auf die Straße von Hormus.
Houthis nehmen Mokha ein und rücken an das Tor zum Roten Meer vor
Die vom Iran unterstützten Huthis haben mit der Einnahme der wichtigen Hafenstadt Mokha und der Eroberung der Strategisch bedeutsamen Insel Dschabal Zaqrb die Kontrolle über einen wichtigsten Zugangspunkt zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres erlangt.
Vier Jahre lang war der Krieg im Jemen nicht beendet, sondern nur leiser geworden.
Der Krieg im Jemen weitet sich aus
Zwischen Somalia, Dschibuti, Eritrea und Sudan entsteht kein geschlossenes Imperium – aber etwas womöglich Nützlicheres: ein bewegliches Geflecht aus Schmugglern, Mittelsmännern, bewaffneten Gruppen und politischen Zweckgemeinschaften.
Im Herbst 2024 wird in Mukalla im Süden Jemens ein Mann festgenommen, dessen Geschichte die politische Geografie des Roten Meeres auf eigentümliche Weise verkleinert.
Sudans El Obeid steht vor dem Zusammenbruch
Im Frühsommer warnten UN, Hilfswerke und Beobachter vor einem zweiten El Fascher.
Die Front endet nicht an Sudans Grenzen
Söldner aus Kolumbien, Drohnen aus Iran, Goldgeschäfte mit russischen Netzwerken und Luftbrücken über Nachbarstaaten: Der Krieg zwischen RSF und Armee ist sudanesisch in seinen Ursachen – und international in seiner materiellen Infrastruktur.
Ein kolumbianischer Pass liegt im Staub von Nord-Darfur. Im November 2024 stoppt eine mit der sudanesischen Armee verbündete Koalition einen Konvoi, der aus Libyen gekommen ist. Ein Kämpfer filmt Dokumente und Munition.
Kordofan - Wo selbst die Flucht nicht vor dem Hunger schützt
In Sudans Provinz Kordofan treiben Krieg, blockierte Handelswege und kollabierende Märkte Menschen aus ihren Häusern. Doch auf den Straßen, in El Obeid, den Nuba-Bergen und jenseits der sudanesischen Grenzen wartet nicht zuverlässig Sicherheit, sondern oft die nächste Form derselben Krise.
Asia verließ Kadugli erst, als das Bleiben nicht mehr möglich war. Ihr Haus war von Explosionen getroffen worden, ihr Mann war auf der Suche nach Lebensmitteln.
Das neue Epizentrum des Dschihad – Wie Terroristen das Machtvakuum im Sahel nutzen
Der Sahel ist zum Zentrum des globalen Dschihadismus geworden. Doch JNIM und der Islamische Staat expandieren nicht einfach, weil sie militärisch stärker wären. Ihr Aufstieg zeigt, was geschieht, wenn staatliche Gewalt Sicherheit verspricht, gesellschaftliche Ordnung aber immer weniger herstellen kann.
Auf den Karten der Terrorismusforschung hat sich das Zentrum der Welt verschoben.
Afghanistan, das Land, dessen Frauen verschwinden
Afghanistans Taliban haben aus Schulverboten, Arbeitsverboten, männlicher Vormundschaft und einem entgrenzten Sittenrecht mehr gemacht als eine Summe von Diskriminierungen: eine Ordnung, in der weibliche Abhängigkeit politisch hergestellt wird.
Kinder für den Krieg im Sudan
Im Sudan kämpfen Rapid Support Forces und Armee nicht nur um Territorium und Macht. Beide Seiten ziehen Minderjährige in ihre militärischen Strukturen hinein – mit unterschiedlichen Methoden, aber ähnlichen Folgen.
Entführung, Hunger, „Volksmobilisierung“ und soziale Medien bilden ein Rekrutierungssystem, in dem aus Schutzbedürftigen Kämpfer und aus kämpfenden Kindern Propagandabilder werden.
Die Piraten kehren nach Somalia zurück
Wie der Iran-Krieg, neue maritime Netzwerke und die alte Not an Somalias Küste das Horn von Afrika 2026 wieder zum Risiko für die Weltschifffahrt machen.
Seit April 2026 greifen somalische Piratengruppen am Horn von Afrika wieder häufiger Handelsschiffe an und entführen Besatzungen und Schiffe für Lösegeld. Schwerpunkt ist die Küste Somalias und der Golf von Aden.
Sudan: Das Protokoll der Ohnmacht
23 Jahre nach den nahezu vollendeten Völkermordverbrechen in Darfur und nur zehn Monate nach den Massakern von El Fasher droht sich das bekannte Muster erneut zu wiederholen: Wieder steht eine Stadt mit überwiegend nichtarabischer Bevölkerung vor einer Miliz, die aus den Janjaweed hervorgegangen ist und der eine arabisch-nationalistische, suprematistische Gewaltideologie sowie gezielte Verfolgung nichtarabischer Gemeinschaften vorgeworfen wird.
Afghanistans Frauen und Mädchen: Aus dem Alltag gestrichen
Fünf Jahre nach der Machtübernahme haben die Taliban die Entrechtung afghanischer Frauen und Mädchen zu einem Herrschaftssystem ausgebaut. Bildung, Arbeit, Bewegung, medizinische Versorgung und öffentliche Rede stehen unter Vorbehalt.
Sudan zwischen Drohnen, Gold und Gottesstaat
Wie Iran, Islamisten und regionale Mächte den Krieg verlängern, Ägypten unter Druck setzen und das Rote Meer zum nächsten Schauplatz ihrer Konkurrenz machen.
Seit April 2023 zerreißt der Krieg zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) unter Muhammad Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, den Sudan. Der Konflikt ist aus einem Bruderkampf zweier bewaffneter Apparate entstanden.
Minen, Gewalt und Macht im Sahel
Minen sind nur der Anfang: Bewaffnete Gruppen kämpfen nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um Transportwege, Gemeinden und politische Kontrolle. Die Militärregierungen antworten mit Verstaatlichungen und dem Versprechen wirtschaftlicher Souveränität.
In der zentralen Sahelzone ist der Bergbau vom Wirtschaftszweig zum Herrschaftssystem geworden.