Neu gebloggt

Kamel Daoud schreibt über die jüngsten Entwicklungen in Tunesien, Jordanien, Saudi Arabien und Marroko:

 

September has been the deadliest month in Syria's civil war so far this year, a monitoring group has said. 

The UK-based Syrian Observatory for Human Rights (SOHR) said more than 3,300 people had died in September, including 995 civilians.

Of those civilian deaths, it said about 70% were caused by Russian, Syrian government, or coalition air strikes. 

The group bases its casualty reports on information provided by a network of activists in Syria.

The Iraqi government cut autonomous Kurdistan's direct air links with the outside world indefinitely on Friday, partially isolating the northern region after it voted a massive "yes" in an independence referendum.

 

The move increases the pressure on the Iraqi Kurds amid soaring regional tensions following Monday's non-binding but deeply contentious vote.

 

Washington said it did not recognise the "unilateral" referendum and urged all parties to reject the use of force and engage in dialogue.

Da ich in den letzten Tagen einige Mails bekommen habe, die mir vorwarfen, ich verrate nun die kurdische Sache, weil ich mich öffentlich alles andere als euphorisch über das Referendum geäußert habe, möchte ich einige doch eher persönliche Gedanken zur Lage loswerden. Sie sind sozusagen als Antwort auf diese Mails gedacht:

Sehr geehrter XY,

Man sollte meinen, dass eine Terroristin, die an zwei Flugzeugentführungen beteiligt war und bis heute nicht das geringste Anzeichen von Reue zeigt, nicht Teilnehmerin an einer zivilisierten Debatte sein sollte. Man könnte annehmen, dass man nicht einer Frau eine Bühne bieten will, die nach wie vor am Ziel der Zerstörung Israels festhält und Selbstmordattentate gegen Israelis für berechtigt hält.

Saudi Arabia announced on Tuesday that it would allow women to drive, ending a longstanding policy that has become a global symbol of the repression of women in the ultraconservative kingdom.

The change, which will take effect in June of next year, was announced on state television and in a simultaneous media event in Washington. The decision highlights the damage that the no-driving policy has done to the kingdom’s international reputation and its hopes for a public relations benefit from the reform.

Die Nachbarn der Kurdischen Autonomieregion machen ernst. Sie alle hatten mit schwerwiegenden Folgen gedroht, sollte das Unabhängigkeitsreferendum angehalten werden.

Es scheint, als ginge es in Tunesien in großen Schritten voran, ja man mag sogar das in diesen tristen Zeiten fast vergessene Wort vom Fortschritt bemühen, wenn man über die Entwicklungen in dem nordafrikanischen Land liest. Aber Fortschritt heißt, wenn man über Nordafrika und den Nahen Osten spricht, oft nur die Herstellung von Zuständen, welche die alltägliche und staatlich bzw. religiös sanktionierte Barbarei abschaffen.

Barzani hat beim mir zum ersten Mal bei einem Aufmarsch von ihm und seinem Gefolge durch Erbil bleibenden Eindruck hinterlassen. Schwerbewaffnete Truppen begleiteten seinen Zug durch die Straßen und die Luft war von Helikoptern gefüllt. Das bedrohliche Bild passte zu den Fotos von Barzanis riesigem, militärbewachten Anwesen, die ich aus den Medien kannte.

„Die Einheit des Irak infrage zu stellen, ja sogar Staatsgrenzen neu ziehen zu wollen, ist nicht der richtige Weg und kann eine ohnehin schwierige und instabile Lage nur verschärfen.“ Sigmar Gabriel

Demokratie ist eigentlich recht einfach. Entscheidungen treffen nicht die Stärkeren, die Wohlgeboreneren, die Reicheren oder die Klügeren. Entscheidungen werden vielmehr von denen getroffen, die von ihnen betroffen sind. Über die Straßenverkehrsordnung Berlins muss sich keine Münchnerin den Kopf zerbrechen, das kann sie getrost den Berlinerinnen überlassen; ein unsicheres Atomkraftwerk in Biblis hingegen geht auch die Frankfurterin etwas an, die im Falle eines GAUs evakuiert werden muss.

Über das Dilemma amerikanischer Iran- und Nahostpolitik schreibt Andreas Rüesch in der NZZ:

Das iranische apokalyptische Regime kooperiert eng mit Verschwörungstheoretikern, extrem rechten und antisemitischen Gruppen sowie Neonazi-Organisationen einschließlich Rechtspopulisten im Westen, um seine politisch-religiöse Doktrin zu verbreiten. Im Iran selbst werden Aktivitäten westlicher und iranischer Neonazis und von staatlichen Organen gesteuerte Antisemitismus-Netzwerke (NASR-TV & Nazicenter.com) unverhohlen koordiniert und gefördert.

Um nur einige europäische Protagonisten zu nennen:

der französische Front National,

Für Liebhaber außenpolitischer Transformationsprozesse gibt es bei dieser Wahl nichts zu holen. (K)eine Wahlempfehlung.

Die Hizbollah in ihren eigenen Worten:

A Hezbollah field commander, indicating a map showing the line of neighboring countries Iran, Iraq, Syria, and Lebanon, said the territory now forms a “Shia crescent,” a reference to the branch of Islam that dominates the rule in those countries and echoing Israeli concerns of a corridor from Tehran to Beirut.