Von Tunis nach Teheran

Als westlicher Diplomat gehört es, keine Frage, zum Beruf auch unangenehme Zeitgenossen zu treffen und dabei gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Schließlich sucht man sich als Diplomat nicht aus, wohin man entsendet wird und in großen Teilen der Welt regieren nun einmal Regimes, bei denen die Einhaltung von  Menschen- oder Bürgerrechten nicht ganz oben auf der Agenda steht. Wenn der britische Botschafter im Irak sich also mit dem Führer der schiitischen Badr-Brigaden, Hadi al-Ameri, trifft, so mag er  dafür gute diplomatische Gründe haben.

Und wieder sind zehntausende Syrer auf der Flucht aus den Ghoutas und aus Afrin:

Heavy air strikes targeted a rebel-held area of Eastern Ghouta on Friday, killing 10 people in the town of Saqba, the Syrian Observatory for Human Rights said.

Afrin ist von der türkischen Armee und verbündeten syrischen Milizen eingeschlossen. Über die Lage in der Stadt berichtet NRT:

Already overwhelmed by an influx of displaced families that has strained water and electricity networks, residents of Afrin are bracing for what's next.

"We're afraid of what will happen if the Turks enter Afrin," says Almas Bakr, 23, who took refuge in the city from a heavily shelled border area. 

Ein Mitglied der PYG erklärt in Moskau:

Since Russia controls Syrian airspace, its approval would have been required for Turkey’s airstrikes against the YPG/YPJ forces defending Afrin. Furthermore, the fact that Russia withdrew its troops from Afrin on the eve of the attack by Turkey shows that the deal had been reached between Moscow and Ankara, handing the enclave to the state of Turkey.

Midde East Eye berichtet über eine Aktion von Rasan:

The human rights organisation Rasan is set to cover the walls of their city in new murals, designed to raise awareness of the rights of LGBT people and encourage dialogue within their mainly Sunni Kurdish society.

S. Rifai hat einige Posts von Anhängern Assads und der Hizbollah gesammelt, die kurz vor dem Fall Ostghoutas ihren Vernichtungswünschen freien Lauf lassen. Wer es wissen will, kann es wissen. Eine Auswahl in englischer Übersetzung:

"In Ghouta, I think they should first hunt all the women & rape them, then pour gasoline & burn them all, then they should wipe out all of Ghouta and leave nothing alive"

Ohne den Krieg in Syrien und die völlig verfehlten Reaktionen der USA und Europas, deren „rote Linien“ bekanntermaßen keine waren, hätte es wohl kaum – oder zumindest nicht in dieser Form – im Jahr 2015 die so genannte Flüchtlingskrise  gegeben, die Europa bis auf die Grundfesten erschütterte und in deren Folge überall rechtspopulistische Parteien einen enormen Zulauf gewonnen haben.

Über das Scheitern Deutschland in Afghanistan schreibt Wolfgang Bauer ein ernüchterndes Protokoll für die Zeit:

Meine Flucht hat meine Eltern insgesamt 16.800,- Dollar gekostet. Mein Vater musste dafür sein Auto verkaufen und Geld leihen. Er hat das gemacht, nur um mich in Sicherheit und aus ihrem Leben zu bringen und hatte nie die Erwartung, dass ich die Familie nachhole.

Die meisten Geflüchteten, die ich kenne, haben sehr viel Geld für ihre Flucht ausgegeben. Meistens haben sie alles verkauft, was sie besitzen. Denn für die illegale Reise nach Europa nehmen die Schleuser unfassbare Summen. 

Was die Mehrheit der Iranerinnen im Jahr 2018 eint: Nach 39 Jahren Scharia-Diktatur reicht es ihnen! Mit dem Schleierzwang im Iran, der nicht nur in ihren Augen das Symbol für die Entrechtung der Frauen ist.

Tunesien gilt im Vergleich mit fast allen anderen arabischen Staaten, nur der Libanon stellt eine Ausnahme dar, noch als ein Land, in dem Schwule und Lesben nicht allzu große Verfolgung erleiden.

Wie es nicht anders zu erwarten war:

The World Health Organisation accused the Syrian government of confiscating supplies from a humanitarian convey headed for the besieged enclave of eastern Ghouta, as Fresh air raids killed 14 in the region overnight.

A WHO official told Reuters on Monday that Syrian government officials removed trauma kits and surgical supplies from trucks that are part of an inter-agency convoy eastern Ghouta.

Zu ihren Hochzeiten, in den Jahren 2014 und 2015, als sie große Teile Nordsyriens- und des Irak mit ihrer jihadistischen Terrorherrschaft kontrollierten, unterhielt der Islamische Staat (IS) in Raqqa eine ausgefeilte Propagandaabteilung. Schon damals fiel auf, wie sehr die Videos, in denen der IS sein Kalifat, vor allem aber seine unzähligen Massaker an Gefangenen und gegnerischen Soldaten pries, ganz einer Ästhetik entlehnt waren, die seine meist jugendlichen Bewunderer weltweit aus Videospielen kannten: