Von Tunis nach Teheran

70 Jahre nach seiner Staatsgründung ist Israel der Jude unter den Staaten. Die Weltgemeinschaft arbeitet sich mit ungezählten Resolutionen an der kleinen Demokratie im Nahen Osten ab. Welches Maß auch immer an jedes andere Land angelegt wird, man kann sicher sein, für Israel gilt ein eigenes. Künstler, Politiker und Intellektuelle formulieren den Schlachtruf der Nationalsozialisten „Kauft nicht bei Juden“ neu und rufen dazu auf, das Land zu boykottieren, Investitionen abzuziehen und mit Sanktionen zu belegen.

Die Seite Bellingcat, deren Autoren seit Jahren wichtige Hintergrundinformationen über das syrische Giftgas zur Verfügung stellen, berichtet dass belgische Firmen offenbar trotz Sanktionen weiter Komponenten zur Produktion von Saringas an Assad geliefert hat:

Für US-Präsident Trump waren die Luftschläge gegen syrische Chemiewaffeneinrichtungen ein voller Erfolg. Grund genug für etliche Journalisten, vor Triumphgehabe zu warnen und an eine Episode aus dem Golfkrieg 2003 zu erinnern. Damals habe Präsident George W. Bush an Bord eines amerikanischen Flugzeugträgers voreilig „Mission erfüllt“ verkündet – bevor der Irak in anhaltendem Blutvergießen versank und damit die Siegesgewissheit Bushs der Lächerlichkeit preisgab. So gerne diese Geschichte immer wieder aufgewärmt wird, sie hat einen kleinen Haken: Sie stimmt nicht.

Erwartbare Reaktionen auf die jüngsten Militärschläge in Syrien: In Europa mobilisiert die Friedensbewegung. So auch in England, wo die aus Syrien stammende Leila Al Shami lebt, die sich selbst ganz sicher selbst der Linken zurechnet. Auf ihrem Blog rechnet sie mit der "Stop the War"-Bewegung ab:

AbdAlaziz al Hamsa, Mitbegründer der Organisation "Raqqa is being slaughtered silently" und Jungle World-Gastautor, in einem offenen Brief an den US-Präsidenten:

"My name is Abdalaziz Alhamza and I am a 26-year-old Syrian refugee from Raqqa, the former capital of the so-called ISIS caliphate. I want to personally say thank you for joining with France and Britain to launch air strikes against Syria following chemical weapons attacks on Syrian citizens. You let Syria’s President Bashar Assad know that red lines drawn by the U.S. are no joke.

The United States accused the Syrian government on Friday of using banned chemical arms at least 50 times since Syria’s civil war began seven years ago — substantially higher than previous official estimates.

Zum Jom HaShoa in Israel

 

 

Der saudische Kronprinz schlägt bemerkenswert versöhnliche Töne gegenüber Israel an. Das gefällt dem ARD-Korrespondenten Carsten Kühntopp nicht besonders – denn er befürchtet, dass dadurch die Sache der Palästinenser in den Hintergrund treten und der jüdische Staat in einem zu positiven Licht erscheinen könnte. Sein öffentlich-rechtlicher Kommentar ist eine Ungeheuerlichkeit.

Missiles struck an air base in central Syria early Monday, killing 14 people, including Iranians, according to the Syrian Observatory for Human Rights monitor.

Syria’s state-run news agency confirmed the strike, but did not comment on the number of casualties, saying only, “There are martyrs and wounded.”

Although initially the agency said it was likely “an American aggression,” following a denial by the United States, news outlets close to dictator Bashar Assad’s regime reported that Israel was in fact behind the attack.

Der Giftgasangriff von Ghouta 2013 fand genau ein Jahr nach Obamas „red line“ Rede zu chemischen Waffen statt, der gestrige von Douma exakt ein Jahr nach Trumps Bombardement wegen dem Giftgasangriff in Khan Sheikhun. Man hat Sinn für’s timing.

Es geht weiter:

Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind viele Menschen getötet worden. Hilfsorganisationen berichteten in der Nacht zum Sonntag von einem mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen. Nach Angaben der Weißhelme hatten ein Hubschrauber am Samstagabend Fassbomben mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen.

Über den Syriengipfel in der Türkei, zu dem Syrer nicht geladen wurden, sondern der von den drei Herren Putin, Rohani und Erdogan bestritten wurde, schreibt Daniel Steinvorth in der NZZ:

Eine Idylle: Abendstimmung am Mittelmeer

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Keineswegs unbemerkt bleiben in Teheran die jüngsten Äußerungen des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman, der während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten in mehreren Interviews extrem konziliante Töne gegenüber Israel angeschlagen hatte:

 

„Das Palästinensische Volk wird sein Land befreien, mit Blut, mit Märtyrern, mit Frauen und mit Kindern! Wir werden niemals unser Land aufgeben, das Land unserer Väter und Vorfahren. Wir werden kommen und diesen Grenzzaun niederreißen mit den Fingernägeln unserer Kinder, nach Allahs Willen!“, verkündete ein Würdenträger des Al-Sawarka Clans aus Gaza im Al-Aqsa TV-Sender der Hamas am 29. März, einen Tag vor den blutigen Aufstände