Von Tunis nach Teheran

Deniz Yücel schreibt aus dem Gefängnis:

Türkei-Korrespondent müsste man jetzt sein. Womöglich müsste man den nach dem „Gerechtigkeitsmarsch“ des Oppositionsführers Kemal Kilicdaroglu und der Verfassungsabstimmung wohlverdienten Urlaub abbrechen, aber das wäre es wert. Man dürfte, ja müsste die Zeitung oder den Sender vollklatschen mit Berichten, Analysen und Kommentaren.

Rar sind dieser Tage die Stimmen, die dem amerikanischen Präsidenten ein Lob aussprechen. Aber es gibt sie:

The Assad regime has praised the Trump Administration’s halt to CIA support to Syria’s rebels, saying it is a “start” towards ending the 76-month uprising.

National Reconciliation Minister Ali Haidar said, “All these steps are the start to solving the Syrian crisis, and without that there is no solution.” (...)

Kyle Orton schafft es, die Geschichte Syriens und des Westens, besser des totalen Versagens des Westens in Syrien in vier Absätzen zusammenzufassen:

Eigentlich habe ich mir vor fast zehn Jahren selbst versprochen, Kommentare in deutschen Zeitungen zum israelisch-palästinensischen Konflikt fortan zu ignorieren, nachdem sie mich zuvor jahrelang jedes Mal in Rage gebracht haben.

Willkürliche Festnahmen von Journalisten ohne Begründung wie im Fall Barakat sind im Westjordanland keine Ausnahme. Von Pressefreiheit könne nicht die Rede sein, sagt Omar Nazzal. Der freie Dokumentarfilmer ist Pressesprecher des palästinensischen Journalistenverbandes.

Ein richtiger Mann hat ein Auto, verdient Geld, glaubt an Gott und hält die Klappe!

 

Seit einiger Zeit habe ich wieder regelmäßigen Kontakt zu meiner Familie. Nach meiner Flucht hatte ich zunächst nur sehr sporadischen Kontakt. Ich war als Ex-Muslim in Irakisch-Kurdistan nicht nur in Lebensgefahr geraten, ich war für meine Eltern eine Schande. Es war für vermutlich nicht leicht, aber dennoch eine Erleichterung, mich außer Landes zu bringen.

Der oberste Revolutionsführer Ali Khamenei und Rouhanis Regierung unterstützen die Qomer Kaderschulen und Al-Mustafa-Zentren im In- und Ausland jährlich mit Millionen von Dollars.

Gerade einmal ein paar Tage ist die Meldung alt, dass US-Präsident Donald Trump die amerikanische Unterstützung syrischer Rebellenorganisationen eingestellt hat. „Der erneute Verrat an der syrischen Opposition“, analysierte Thomas von der Osten-Sacken, „ist ein Geschenk der Trump-Administration, das mit hämischer Freunde entgegengenommen werden wird“.

Die Choleraepidemie im Jemen hat sich nach Angaben der UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter ausgebreitet. Laut der WHO ist die Anzahl der Toten auf 1.742 gestiegen. Sie hat sich damit seit Juni beinahe verdoppelt. Seit die Epidemie im April ausgebrochen ist, hätten sich mehr als 320.000 Menschen angesteckt, teilte die Organisation mit. Besonders schnell breite sich die Krankheit demnach in den Provinzen nördlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa aus.

'More than 40,000 civilians were killed in the devastating battle to retake Mosul from Isis, according to intelligence reports revealed exclusively to The Independent – a death toll far higher than previous estimates.

Residents of the besieged city were killed by Iraqi ground forces attempting to force out militants, as well as by air strikes and Isis fighters, according to Kurdish intelligence services.

Rußland, der Iran und das Assad-Regime können den nächsten großen Sieg für sich verbuchen:

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Medienbericht die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an syrische Rebellen, die gegen die Regierung von Baschar al-Assad kämpfen, stoppen lassen.

Ali Falahian, der ehemalige iranische Geheimdienstminister, gilt als Gesicht der Schreckensherrschaft des Mullah-Regimes. Er ist einer der Architekten des Justiz- und Geheimdienst-Apparates der Islamischen Republik Iran. In seiner Amtszeit (1989 bis 1997) unter dem früheren – angeblich moderaten – Präsidenten Ali Akbar Rafsanjani wurden tausende Mitglieder der oppositionellen Modschahedin, linker Organisationen, Kurden und Intellektuelle im Land verhaftet und ermordet.

Als Kind bin gerne in die Moschee gegangen. Besonders stimmungsvoll war es, früh morgens mit meinem Vater zum Gebet zu gehen. Doch mit 11 Jahren verwandelte die Moschee sich für mich von einem Ort der Geborgenheit zu einer Folterkammer.

In einem Gastkommentar gab der türkische Botschafter in Österreich, Mehmet Ferden Çarıkçı, einen Einblick in die Parallelwelt, in der Präsident Erdogan und dessen Unterstützer leben. Anlass des Presse-Beitrags, der in den seither veröffentlichten Leserbriefen auf regen Widerspruch stieß, war der erste Jahrestag des gescheiterten Staatsstreichs vom 15.

Weil sie befürchten, IS-Gefangene könnten sich aus Gefängnissen im Irak freikaufen, erschießen viele Soldaten und Milizionäre sie lieber gleich an Ort und Stelle. So sieht das Vertrauen in die Justiz im Irak (und vielen anderen arabischen Ländern) aus. Barbarei zeugt Barbarei: