Es geht weiter mit dem Trollpenis

Der Trollpenis (III)

Das Medium Von Elke Wittich Axel Grumbach
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Der »Dugnadsånden« (dugnad ist der freiwillige soziale Einsatz für die Gemeinschaft) sei ganz phantastisch, freute sich die Touristikchefin der Region Dalane in Norwegen, nachdem der beschädigte Trollpikken-Fels am Wochenende durch viele ehrenamtliche Helfer wieder an seinem ursprünglichen Platz angebracht worden war. Der norwegische Fernsehsender NRK hatte die Arbeiten sogar live übertragen. Das Unternehmen Aker Solution hatte extra einen sogenannten Steinbukk gebaut. Das ist eine schon vor Hunderten Jahren gebräuchliche dreibeinige Holzkonstruktion zum Bewegen schwerer Lasten in unzugänglichem Terrain. Das zehn Meter hohe und 2,2 Tonnen schwere Hilfsmittel zu bauen und einzusetzen, sei schon »ziemlich speziell« gewesen, sagte der Firmendirektor Svein Oskar Nuland, »denn wir reden hier ja nicht von Arbeiten auf einem gerade Boden in einer komfortablen, vor Wetter geschützten Werkstatt«.

Trotz der durch Regen äußerst rutschigen Felsen war es dann schließlich vollbracht. Mit Hilfe des Steinbukken konnte das abgeschlagene Stück Stein milimetergenau eingepasst und auf die zuvor in den Fels eingelassenen Stahlbolzen gesetzt werden. Die künftige Touristenattraktion ist also gerade noch recht­zeitig vor Beginn der Hauptreisezeit am Platz – allerdings darf sie erst in einer Woche besichtigt werden, weil das aufgetra­gene Gemisch aus Kleber und Zement noch trocknen muss.

In den Hotels und Geschäften der Region freut man sich jedenfalls schon sehr auf zahlungskräftige Kundschaft, die durch die internationalen Schlagzeilen angelockt werde. Warum schöne Landschaft, gutes Essen und prima Infrastruktur nicht ausreichen, sondern es erst einen beschädigten Penisfelsen braucht, um Touristen anzuziehen, nun, das ist eine andere Geschichte.