Verbotene Substanzen im Amateursport

Doping für Likes

Seite 2 – Lukrativer als die Drogenszene

Obwohl die Gegenbewegung des »natural bodybuilding« ihr Schattendasein verlassen hat, muss man Braumann zufolge noch immer damit rechnen, dass im Bodybuilding »mehr als in anderen Sportarten gedopt wird«.

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Erst eine Razzia Anfang Juli brachte die Dimensionen des internationalen Handels mit illegalen Präparaten ansatzweise ans Licht. Bei der »Operation Viribus«, dem Europol zufolge größten Antidopingeinsatz überhaupt, fanden in über 30 Ländern Durchsuchungen statt. Dabei wurden 3,8 Millionen Präparate sichergestellt, darunter 24 Tonnen Steroidpulver, mehrere Geheimlabore wurden entdeckt und 234 Menschen festgenommen.

Im Rahmen der Razzia seien bei Sportveranstaltungen 1.357 Urin- und Bluttests vorgenommen worden. Die europäischen Ermittler hatten von Mitte Januar bis Ende April in einer konzertierten Aktion zusammengearbeitet und präsentierten nun die Ergebnisse ihrer Ermittlungen. Fast 1.000 Personen wurden wegen der Produktion, Veräußerung oder Verwendung ­illegaler leistungssteigernder Substanzen angezeigt, in ganz Europa wurden 839 Strafverfahren eingeleitet, 463 davon allein in Deutschland.

Die internationalen Sicherheitsbehörden haben unter Federführung Italiens und Griechenlands neun Untergrundlabore ausgehoben. »In den vergangenen 20 Jahren hat der weltweite Handel mit Anabolika dramatisch zugenommen«, teilte Europol über die »Operation Viribus« mit. Sörgel zufolge gilt »die Dopingszene mittlerweile als lukrativer als die Drogenszene«. Die Konsumenten seien hauptsächlich nichtprofessionelle Fitness- und Ausdauersportler sowie Bodybuilder.