Verbotene Substanzen im Amateursport

Doping für Likes

Seite 3 – Dealen über soziale Medien

Experten gehen davon aus, dass rund 80 Prozent der Abnehmer aus dem Freizeit- und Breitensport kommen. Angetrieben vom sich immer weiter verbreitenden Selbstoptimierungswunsch und der verzweifelten Suche nach Anerkennung in virtuellen Netzwerken nehmen sie bereitwillig zweifelhafte Präparate zur Leistungssteigerung ein und damit mögliche negative Konsequenzen für die Gesundheit in Kauf.

Anzeige

Vor zwei Jahren schockierte das Schweizer Instagram-Modell Anja Zeidler ihre Fangemeinde mit der Enthüllung, sie habe in ihrer Trainingsphase zu verbotenen Substanzen gegriffen. Dabei handelte es sich nach ihren eigenen Angaben um ­einen Mix aus verschiedenen Medikamenten, die eigentlich verschreibungspflichtig sind. »Seien Sie sicher, dass es kein einfaches Proteinpulver war«, sagte Zeidler der Tageszeitung Die Welt.

An die Mittel, egal ob in Form von Tabletten oder Spritzen, kam sie leicht heran. Es ist kein ­Geheimnis, dass in der Szene gute Geschäfte gemacht werden. »Dazu ­gehören auch Trainer, die Medikamente besorgen und mit sattem Aufschlag an ihre Athletinnen verkaufen«, so Zeidler. Die Kunden zahlten meist mit wiederaufladbaren Kreditkarten oder auch mit Kryptowährungen. Neuerdings nutzen die Dealer verstärkt soziale Medien, um für den Kauf der Substanzen zu werben und ihre Geschäfte abzuwickeln.