Verbotene Substanzen im Amateursport

Doping für Likes

Seite 4 – Auf der Suche nach dem Kick

Der sorglose Umgang mit Dopingmitteln gerade im Freizeitsport ist die Grundlage für lukrative Geschäfte. Das hat die Razzia im Juli deutlich gemacht. Jedoch ist es wie im Bereich des organisierten Drogenhandels auch hier nicht möglich, den Handel völlig zu unterbinden, solange eine Nachfrage nach sportlichen Höchstleistungen besteht – egal, ob es sich dabei um professionellen oder privat betriebenen Leistungssport handelt.

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Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Körper eigene Stoffe ausschüttet, um sich zu belohnen. Vor allem im semiprofessionellen Ausdauerbereich kommt ein Phänomen ­häufig vor, das in der Öffentlichkeit als runner’s high bekannt ist. Die weitverbreitete Annahme, dieses Hochgefühl komme dank der Ausschüttung von Endorphinen ­zustande, wurde vor vier Jahren wissenschaftlich widerlegt. Eine Gruppe deutscher Forscher wies nach, dass tatsächlich die Ausschüttung körpereigener Cannabinoide notwendig für das Auftreten des runner’s high ist.

Beim Gewichtheben und wohl auch bei vielen anderen kraftaufwendigen Übungen im Fitnessclub kommt es zu einem ähnlichen Phänomen. Bei diesen sportlichen Tätig­keiten sollen endogene Pentapeptide ausgeschüttet werden, die Enke­phaline. Dabei handelt es sich um vom Körper produzierte Opioide. Leistungssteigernde Präparate sorgen bei richtiger Anwendung also für den Ausstoß körpereigener Drogen. Keine erfreuliche Erkenntnis – vor allem nicht für jene Instagram-Bodybuilder, die sich mit ihrem ­unermüdlichen Einsatz positiv von dem Klischee der kiffenden Couch­potato absetzen wollen. Am Ende müssen beide zum Dealer ihres Vertrauens.