Misogyne Männerbünde

Mensur aus Menstruationsneid

Seite 2 – Panische Angst und glühender Hass
Kommentar Von

Wie Klaus Theweleit in den »Männerphantasien« analysierte, zeichnet sich der Männerbund vor allem durch eines aus: panische Angst und glühenden Hass auf alles Weibliche, sei es das äußere Weibliche – also Frauen –  oder als weiblich verstandene Anteile am Mann selbst. Eine doppelte Abgrenzung ist die Folge, die zu Dominanzgebaren gegen Frauen und andere Männer führt. Schließlich gäbe es, so steht es in den Burschenschaftlichen Blättern, tausend gute Gründe »eine Gleichsetzung und völlige Gleichbehandlung der Geschlechter für verheerend zu halten.«

Das soldatische Männerbild braucht die Abwertung von Frauen, damit sich der Mann als Mann fühlt.

Burschenschaften sind ein Refugium für alle, die sich fernab von Weibsvolk in einem Verbindungshaus verschanzen und mit Mensurfechten, Stafettesaufen und dem Schikanieren und Demütigen der neuen »Füchse« (das, was in einer ordinären Bikerbande die prospects sind) ihrer Soldatenphantasie frönen wollen. In diesen Männerhäusern lässt sich eine sich als altehrwürdig gerierende frauenfeindliche Ideologie ganz bewusst ausleben. Theweleit zufolge braucht das soldatische Männerbild die Abwertung von Frauen, damit sich der Mann als Mann fühlt.

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Dabei dürften viele Burschenschaftler durchaus genau wissen, was der ganze Männerbund- und Elitegedanke kaschiert: Hinter der Fassade von Wichs und Nationalstolz leitet sich der Elitedünkel vor allem aus der Zugehörigkeit zur primitiven Bande einer Bierfamilie ab. Nicht Bildung und Verdienst, sondern Seilschaften aus sogenannten Alten Herren ebnen dem Burschenschafter den Karriereweg. Später im Beruf halten die Alten Herren dann besser geschulte Frauen aus den Korridoren der Macht fern und protegieren ihre Bürschchen.

Burschenschaften waren nicht zuletzt maßgeblich am Aufstieg des Nationalsozialismus beteiligt, pflegen zum Teil bis heute eine menschenverachtende Ideologie und verschandeln das Straßenbild jeder hübschen kleinen Studentenstadt. Allemal besser wäre es gewesen, man hätte deren Verbot nach dem Krieg in der Bundesrepublik nicht schon 1950 wieder aufgehoben.