Jacky McKaytens Album »The Black Magic« aus dem Jahr 1982 wird erneut veröffentlicht

Schwarze Magie

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Plattenlabels, die ältere, aus den verschiedensten Ecken der Welt stammende Musik wiederveröffentlichen, sind derzeit keine Seltenheit. Fortuna Records macht dem interessierten Publikum Schätze auch aus Israel zugänglich. Seit 2012 hat das in Tel Aviv beheimatete Label 16 Platten veröffentlicht. Darunter sind eine EP des israelisch-griechischen Sängers Levitros aus den frühen siebziger Jahren, ein temporeiches, vorantreibendes Album des auf Türkisch singenden Kinderstars Grazia aus dem Jahr 1978 sowie eine Compilation mit in den Siebzigern und Achtzigern aufgenommenen Funk-, Soul-, Jazz- und Disco-Songs jemenitisch-jüdischer Israelis.

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Viele Veröffentlichungen von Fortuna sind obskure Raritäten, die selbst in Israel nur wenigen bekannt sein dürften. Zudem reflektiert das Label-Programm die Multi-, wenn nicht gar Transkulturalität der israelischen Einwanderungsgesellschaft. Immer wieder findet sich im Katalog Musik auch aus der gesamten Region. So etwa die Maxi-Single »Drums of Lebanon« von Raja Zahr aus dem Jahr 1982, ein, wie die Labelbetreiber schreiben, »experimentelles Disco-Monster«, das analoge Synthesizer mit für den Nahen Osten typischer Perkussion verbindet.

Die jüngste Wiederveröffentlichung von Fortuna stammt ebenfalls aus dem Jahr 1982. Auf »The Black Magic« sind sieben Songs von Jacky McKayten zu hören, der mit seiner jemenitischen musikalischen Prägung Bollywood-Soundtracks adaptierte und interpretierte. »The Black Magic« ist eine eigenwillige Mischung aus E-Gitarren, Tabla-Trommeln und Sitars, eingängig und dabei immer wieder überraschend. Die meisten Texte kreisen um die Themen Liebe und Verrat. Ein unkonventionelles Album, nur schade, dass man von Fortuna nur relativ wenig erfährt über die Biographie und Karriere des Sängers. Bloßes Konsumieren von obskur erscheinender Musik mag manche Hörer zufriedenstellen – gerecht wird man der wiederveröffentlichten Musik damit aber nicht.

Jacky McKayten: The Black Magic (Fortuna Records)