Von Tunis nach Teheran

Hunderttausende sind inzwischen in Idlib auf der Flucht, so sieht ihre Realität aus:

In the olive groves of north-west Syria, tarpaulin sheets stretched across barren trees do little to keep out the sleeting rain.

Das Treffen in Kuala Lumpur zeigte erneut: Die viel beschworene Einheit der islamischen Welt existiert nicht – stattdessen gab es jede Menge Propaganda.

 

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Ein Team von France 24 hat nach Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran über 750 Aufnahmen von Mobiltelefonen ausgewertet und zusammengestellt. Dabei heraus kam diese schockierende Dokumentation:

 

Während in Bagdad die Weihnachtsfeiern ausfallen, inszeniert man in Damaskus Weihnachten als Siegesfeier für Assad. Dagegen regt sich Widerstand. 

 

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(Fallen dieses Jahr aus: Weihnachtfeierlichkeiten in Bagdad 2017; Bild: Arab 24)

 

Wie es um Syrien bestellt ist.

Zwei Überschriften. Dazwischen liegt über ein Jahr. Passiert ist nicht. Doch: Es ist schlimmer geworden und es wird gerade stündlich schlimmer.

Die "humanitäre Katastrophe" als Dauerzustand:

 

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(Flüchtlingslager Moria in Lesbos; Bild: Klaus Bietz)

 

Über den Bourgeois hat einst Franco Moretti ein ebenso wunderbar zu lesendes wie erhellendes Buch mit gleichem Titel geschrieben.

Mit der Spaltung der AKP bröckelt Erdoğans Macht. Doch die Abtrünnigen sind alte Parteikader der islamischen Bewegung. Die künftige Entwicklung der Türkei ist ungewiss.  

 

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(Istanbul, Bilder: Thomas v. der Osten-Sacken)

 

Nowhere to go:

Tens of thousands of civilians are fleeing bombardment in Syria's Idlib region, the UN said, as fighting flares in the jihadist bastion fuelling an already dire humanitarian situation.

The Idlib region, which is home to some three million people including many displaced by Syria's civil war, is controlled by the country's former Al-Qaeda affiliate, Hayat Tahrir al-Sham. The Damascus regime has repeatedly vowed to take back control of it.

Im Inland wächst der Widerstand, die Verbündeten schwächeln, und langsam wird das Geld knapp: 2020 wird kein gutes Jahr für Assad.  

 

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(In Khan Shaykhun, Bild: Anas Aldyab)

 

Seit die türkische mit der in Tripolis sitzenden libyschen Regierung ein Abkommen zur Aufteilung des östlichen Mittelmeeres geschlossen hat und damit auf heftige Kritik und Widerstand aus Ägypten, Israel, Jordanien, Griechenland und Russland gestoßen ist, eskaliert die Lage in Libzen. Die Truppen Haftars stehen vor den Toren von Tripolis und haben einen Endkampf um die Hauptstadt angekündigt.

Aus Tunis berichtet Taylor Luck für den CSM und klingt, was die Entwicklung der LGBT Bewegung in dem nordafrikanischen Land anbelangt, durchaus optimistisch. Und das ist keine Selbstverständlichkeit:

Less than a decade after its popular revolution transformed Tunisia from a closed dictatorship to a hub of democracy and political activism, the country is emerging as a center for LGBTQ rights activism in North Africa and the Arab world.

So entledigt sich das iranische Regime der Leichen von Demonstranten, die es erschossen oder zu Tode gefoltert hat:

As the regime officials keep silent about the number of arrested and killed protesters during the country-wide protests in November, unofficial reports claim that bodies of several arrested protesters have been found in dams and rivers across Iran.

Ein Führer der kurdischen Arbeiterpartei PKK i erklärte kürzlich, dass Assad nur dank der kurdischen PYD-Partei noch an der Macht sei.

 

Syria Daily: Kurdish PKK Leader — We Saved Assad in 2012

(Bahoz Erdal; Bild: Ea-Worldview)

 

Wie weit es mit russischen und syrischen so genannten Sicherheitsgarantien her ist, zeigt dieser Fall:

A leading Syrian activist group reports that the Assad regime seized 174 of the men who were forced out of the Rukban displaced persons’ camp in southeast Syria.

„Der Augenblick einer Revision und neuen geistigen Selbstbestreitung der Linken ist gekommen; denn sie ist es, die dem Antisemitismus eine ehrlose dialektische Ehrbarkeit zurückgibt. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur, Sünde wider den Geist, um in der vom Thema erzwungenen Terminologie zu bleiben. (...) Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus. Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen "Überlegungen zur Judenfrage": "Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden."“