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Nach 13 Jahren erscheint ein neues Album von Boards of Canada
Hoffnungsvolles Inferno
Die Welt steht in Flammen, überall brennt es, im übertragenen wie im buchstäblichen Sinne – das wird wohl auch der Ambient-Techno-Gruppe Boards of Canada durch den Kopf gegangen sein, als sie ihr neues Album »Inferno« nannten. Wie eine himmlische Strafe klingt die Platte aber nicht. Sie nimmt vor allem Bezug auf zwei Soundpaletten aus dem Œuvre der Band: Zum einen ist da das Album »Geogaddi« (2002), das im Zuge von 9/11 und dem »War on Terror« entstand und dementsprechend düster klingt. Zum anderen erinnert ein großer Teil der Instrumentierung an das Album »The Campfire Headphase« (2005), auf dem episch aufrührende Lounge-Musik sich mit klassischem Ambient abwechselte.
Die beiden einzigen Bandmitglieder, die schottischen Brüder Mike Sandison und Marcus Eoin, bleiben sich seit ihren Anfängen treu.
Auch auf »Inferno« lauscht man wieder einmal einer Vielzahl an Samples, HipHop-Beats sowie Synthie-Klängen. Man hört: Die beiden einzigen Bandmitglieder, die schottischen Brüder Mike Sandison und Marcus Eoin, bleiben sich seit ihren Anfängen treu. Jedes Album klingt wie eine natürliche Weiterentwicklung des verträumt-nostalgischen Schlafzimmersounds, mit dem sie in den Neunzigern bekannt wurden. Ausschließlich der dekonstruierte Synthwave des »Inferno«-Vorgängers »Tomorrow’s Harvest« (2013) ging einen leicht anderen Weg.
Alles in allem ist das neue Album das bisher beste des Duos – und das nach 13 Jahren fast absoluter Funkstille. Ambient-Flächen, surreale Melodien und treibende Drums schaffen einen Trip, der zwischen Ernsthaftigkeit und Hoffnung hin und her springt und dabei nichts anderes als Freude bereitet. Ein Highlight ist das Lied »You Retreat in Time and Space«, das geheimnisvoll klingt, mit seiner Eingängigkeit süchtig macht, aber nun wirklich wie ein Abschied klingt. Wenn man für so ein Album 13 Jahre warten muss, dann ist das mehr als gerecht.
Boards of Canada: Inferno (Warp Records)
