Beiträge zu Alain Finkielkraut

Kritischer Wendepunkt. Eine Faust samt iranischer Flagge stößt durch einen antiisraelischen Banner auf ­einer Kundgebung am 24. Juni in ­Teheran
2025/32 dschungel Der weltgrößte Soziologenverband schließt israelische Wissenschaftler aus

Eine Bannbulle gegen das »Gebilde«

Unter der Schirmherrschaft der Unesco gründete sich 1949 die Internationale Soziologische Vereinigung (ISA) mit dem Ziel, Soziologen überall auf der Welt zu vertreten. Für den israelischen Verband soll das nicht mehr gelten: Im Juni verkündete die Organisation seinen Ausschluss.
Wandzeichnung aus einer Baracke in Auschwitz-Birkenau, mit der deutschen Inschrift »Immer froh und heiter – bald geht’s weiter«. Fotografiert 1988 für das Erinnerungsprojekt »Memorials Archive«
2024/49 dschungel Auszug aus dem im Ça-ira-Verlag erschienenen Buch »Revisionismus von links. Überlegungen zur Frage des Genozids«

Jungle+ Artikel Revisionismus von links

Als Alain Finkielkrauts Buch »Revisionismus von links« vor über 40 Jahren erschien, stand die Öffentlichkeit noch ganz unter dem Eindruck einer genuin rechten Holocaustleugnung. Wie aber konnte es dazu kommen, dass sich ausgerechnet der linksradikale Verlag La Vieille Taupe (Der alte Maulwurf), der sich ansonsten durch den Vertrieb von situationistischer und antistalinistischer Literatur einen Namen gemacht hatte, zum primären Publikationsort des Revisionismus in Frankreich aufschwingen sollte? Finkielkraut lenkt seine Aufmerksamkeit schon früh auf einen antirassistisch und antikolonialistisch daherkommenden Antizionismus. Seine Kritik richtet sich gegen ein Denken, das wie schon der rechte Revisionismus zuvor, nun allerdings von links, darauf zielt, die präzedenzlose Qualität der »Endlösung der Judenfrage« durch die Rückführung auf Altbekanntes und Allgemeines zu nivellieren.