Beiträge zu Holocaust

Gedenkstein mit Inschrift auf Polnisch und Hebräisch/Jiddisch
2026/18 Disko Ein Buch über polnische Kommunalpolitiker während des Holocausts sorgt in Polen für Entrüstung

Verräter überall

Ein Buch des Historikers Grzegorz Rossoliński-Liebe hat in Polen eine hitzige Debatte über polnische Mittäter im Holocaust entfacht. Dass der Autor dabei wenig Unterstützung gegen nationalistische Angriffe erhält, liegt auch an der Zunahme des Antisemitismus unter Linken und Liberalen seit dem 7. Oktober 2023.
Audiokassetten aus der Sammlung Lanzmann
2025/50 dschungel Das Jüdische Museum Berlin präsentiert Ausschnitte aus Claude Lanzmanns Audio-Archiv

Im Dienst der Wahrheit

Vor den Dreharbeiten für seinen Dokumentarfilm »Shoah« führte Claude Lanzmann zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy unzählige Vorgespräche, die aufgezeichnet wurden. Einen kleinen Einblick in dieses umfassende Audioarchiv gibt nun eine Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin.
Der Überlebende Arek Hersh zeigt seine Auschwitz-Nummer
2025/41 dschungel Wie die Globalisierung des ­Gedenkens die Erinnerung verblassen lässt

Jungle+ Artikel Das Verschwinden des Holocaust

Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den Siebzigern, als »Hauptereignis des Nationalsozialismus« (Claude Lanzmann) begriffen? Weshalb schwindet dieses Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen von Erkenntnis über den Holocaust und der Erinnerung daran? Der folgende Aufsatz ist dem Buch »Das Verschwinden des Holocaust« über den Wandel der Erinnerung entnommen.
Im Kampf gegen die Nazis: jüdische Partisanen
2025/16 dschungel Stephan Lehnstaedt, Historiker, im Gespräch über seine Forschung zum jüdischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus

»Die etablierten Deutungen sind stark«

Stephan Lehnstaedt, Professor für Holocaust- und Jüdische Studien an der Touro University Berlin, schildert in seinem Buch »Der vergessene Widerstand« die verschiedenen Formen jüdischen Widerstands im NS-Staat und seinen Besatzungsgebieten. Dass die Opfer des Holocaust auch entschlossenen Widerstand geleistet haben, sei in der Forschung lange übersehen worden.
Nach Esra Ösyüreks Meinung auf einer »Pilgerfahrt«: Besucher des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau
2025/14 dschungel Esra Özyürek behauptet in »Stellvertreter der Schuld«, die Holocausterinnerung werde an Muslime ausgelagert

Jungle+ Artikel Postkolonialer Zauber

Die Schuld am Holocaust werde in Deutschland an Muslime ausgelagert, behauptet die Soziologin Esra Özyürek in ihrem Buch »Stellvertreter der Schuld«. So steil ihre These ist, so wenig kann sie diese stichhaltig belegen.
Eine Fototafel auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau am Ort des Geschehens zeigt die Verbrennung der Leichen durch das Sonderkommando im Sommer 1944. Als die Krematorien überlastet waren, diente ein eingezäuntes ­Gelände mit Gruben als Verbrennungsort. Das Foto wurden von einem Sonderkommandoangehörigen aufgenommen
2025/09 dschungel Andreas Kilian erforscht die Geschichte der jüdischen »Sonderkommandos«

Jungle+ Artikel Berichte aus der Todeszone

Die erzwungene Kollaboration jüdischer Häftlinge in den Vernichtungslagern der Nazis wurde lange Zeit beschwiegen oder verzerrt dargestellt. Der Historiker Andreas Kilian forscht seit vielen Jahren über die Rolle der Sonderkommandos. Im Karl-Dietz-Verlag Berlin ist der von ihm kommentierte Bericht des Gerichtsmediziners Miklós Nyiszli über seine Tätigkeit im Krematorium von Auschwitz erschienen.
Der Schnittchenkauf von René Pollesch mit Kathrin Angerer und Milan Peschel, Bühne: Leonard Neumann
2025/03 dschungel René Pollesch, »A Real Pain«, Electronic Body Music

Play It Again

Popkolumne. Der Blick richtet sich wieder auf neue Kulturproduktionen: ein posthumer Pollesch in der Volksbühne, die Filmdramödie »A Real Pain« von Jesse Eisenberg und die ­Geschichte des hybriden Techno- und Goth-Vorreiters Electronic Body Music.
Kampf gegen Islamisten, IDF-Soldat in einem Tunnel in Gaza, 13. September 2024
2025/01 Hintergrund Was von dem Völkermordvorwurf gegen Israel zu halten ist, den einige Holocaust- und Genozidforscher ­erheben

Agitprop mit Genozid

Ein kleiner Kreis von Holocaust- und Genozidforschern bemüht sich unermüdlich vor den UN, in der Presse und den sozialen Medien, Israel mit verzerrenden historischen Analogien und einseitigen Darstellungen einen Genozid an den Palästinensern im Gaza-Streifen anzuhängen.
Wandzeichnung aus einer Baracke in Auschwitz-Birkenau, mit der deutschen Inschrift »Immer froh und heiter – bald geht’s weiter«. Fotografiert 1988 für das Erinnerungsprojekt »Memorials Archive«
2024/49 dschungel Auszug aus dem im Ça-ira-Verlag erschienenen Buch »Revisionismus von links. Überlegungen zur Frage des Genozids«

Jungle+ Artikel Revisionismus von links

Als Alain Finkielkrauts Buch »Revisionismus von links« vor über 40 Jahren erschien, stand die Öffentlichkeit noch ganz unter dem Eindruck einer genuin rechten Holocaustleugnung. Wie aber konnte es dazu kommen, dass sich ausgerechnet der linksradikale Verlag La Vieille Taupe (Der alte Maulwurf), der sich ansonsten durch den Vertrieb von situationistischer und antistalinistischer Literatur einen Namen gemacht hatte, zum primären Publikationsort des Revisionismus in Frankreich aufschwingen sollte? Finkielkraut lenkt seine Aufmerksamkeit schon früh auf einen antirassistisch und antikolonialistisch daherkommenden Antizionismus. Seine Kritik richtet sich gegen ein Denken, das wie schon der rechte Revisionismus zuvor, nun allerdings von links, darauf zielt, die präzedenzlose Qualität der »Endlösung der Judenfrage« durch die Rückführung auf Altbekanntes und Allgemeines zu nivellieren.