Beiträge zu Interview

2013/51 Inland Werner Renz im Gespräch über die Auschwitz-Prozesse

»Den Deutschen ›Lektionen‹ erteilen«

Am 20. Dezember 1963 begann in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess. Die »Jungle World« sprach mit Werner Renz, dem Leiter des Archivs des Fritz-Bauer-Instituts, über die Bedeutung des Prozesses, über die Rolle, die Fritz Bauer als damaliger hessischer Generalstaatsanwalt für das Zustandekommen des Verfahrens spielte, und die derzeitigen Ermittlungen gegen ehemalige SS-Wachmänner.
2013/16 Interview Anna Khvyl im Gespräch über die ukrainische Frauenbewegung und Feminismus in Osteuropa

»Es geht darum, nicht nur zu reagieren«

Am 9. April hat die All-Ukrainische Vereinigung Swoboda (Freiheit), die 2012 als erste rechte Partei seit der Staatsgründung ins ukrainische Parlament gewählt worden ist, einen Gesetzentwurf eingebracht, der Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stellen soll. Die feministisch-separatistische Initiative Feminist Ofenzyva bereitet nun eine Protestaktion für den 1. Mai vor. Gegründet wurde die Gruppe 2010 von 20 Frauen in Kiew. Die Jungle World sprach mit der 28jährigen Aktivistin Anna Khvyl über die Frauenbewegung in der Ukraine und postsowjetische Protestkultur.
2011/45 Thema Gérard Biard im Gespräch über die Zukunft von »Charlie Hebdo« 

»Wir sind keine Provokateure«

Die 1992 neugegründete französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo ging ursprünglich aus dem Magazin Hara-Kiri hervor. Charlie Hebdo erscheint wöchentlich und hat eine Auflage von etwa 75.000 Exemplaren. Gérard Biard ist geschäftsführender Chefredakteur.
2008/01 Interview Juan Luis Porcar Orihuela, Mitglied einer Memoria-Histórica-Gruppe

»Endlich wird das Franco-Regime offiziell verurteilt«

In diesem Jahr soll in Spanien das so genannte Erinnerungsgesetz in Kraft treten. Das Gesetz wurde geschaffen, um die Franco-Diktatur aufzuarbeiten und die Opfer zu entschädigen. Der Historiker Juan Luis Porcar Orihuela ist Mitglied einer Memoria-Histórica-Gruppe in Castellón de la Plana (Valencia).
2006/46 Interview Interview mit Klaus Lederer

»Eine letzte Barrikade gegen die Politik der Abrissbirne«

In Berlin wollen die SPD und sie Linkspartei erneut zusammen regieren, die Koalitionsverhandlungen sind abgeschlossen. Die Linkspartei erhielt die Ressorts »Wirtschaft, Technologie und Frauen«, »Integration, Arbeit und Soziales« sowie »Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz«. Lediglich die Landesparteitage könnten den ausgehandelten Vertrag noch ablehnen. Klaus Lederer ist seit Ende vorigen Jahres Vorsitzender des Berliner Landesverbandes der Linkspartei. Der promovierte Jurist arbeitet auch als Anwalt. Mit ihm sprachen Markus Ströhlein und Regina Stötzel.
2006/32 Interview Ralf Bauer, Leiter Markt- und Medienforschung bei Ehapa, im Gespräch über die diesjährige »Kids-Verbraucher-Analyse«, die der Verlag vergangene Woche vorstellte

»Benjamin Blümchen ist die typische Einstiegsdroge«

Haben. Nach »Mama« und »Papa« ist »haben« eines der ersten Wörter, das Kinder lernen. Denn Kinder wollen immerzu etwas haben. Und sie haben mehr denn je: Trotz der steigenden Armut verfügt hierzulande jedes Kind im Alter zwischen sechs und 13 Jahren durchschnittlich über 1.006 Euro. Zu diesem Ergebnis gelangt die diesjährige »Kids-Verbraucher-Analyse«, die der größte deutsche Comic-Verlag Ehapa in der vergangenen Woche vorstellte. Rechnet man Taschengeld, Sparguthaben und Geldgeschenke zusammen, ergibt sich für die 5,84 Millionen Kinder dieser Altersgruppe ein Vermögen von rund 5,9 Milliarden Euro. Ralf Bauer leitet die Abteilung Markt- und Medienforschung bei Ehapa und war für die Studie verantwortlich.
2006/23 dschungel Goldene Zitronen: Schorsch Kamerun, Ted Gaier und Mense Reents im Gespräch über ihre Platte, das ewige Postpunk-Gefühl und den richtigen Gang-Of-Four-Zorn

»Vom Feeling her ist es Altersmilde«

Warum das neue Zitronen-Album »Lenin« heißt und Hartz-VI-Demos beklemmend sind. Schorsch Kamerun, Ted Gaier und Mense Reents sprechen über ihre Platte, das ewige Postpunk-Gefühl und den richtigen Gang-Of-Four-Zorn
2002/52 Interview Nina Hagen im Gespräch über ihr Leben, ihren Glauben und ihre Musik

»Jeden Morgen geht die Sonne auf«

Nina Hagen hat ein paar legendäre Stücke geschrieben, die sich tief ins kollektive Musikgedächtnis der Punkgeneration eingebrannt haben. Herzzerreißend gesungene Zeilen wie »in meiner Tasche klebt ein Bonbon« (»Auf'm Bahnhof Zoo«) vergisst man genauso wenig wie das schrill-nervige »Ich kann mich gar nicht entscheiden. Ist alles so schön bunt hier« aus dem TV-Glotzer-Lied. Das ist lange her. Die 1976 mit ihrem Stiefvater Wolf Biermann aus der DDR ausgereiste Nina Hagen ist heute schwer esoterisch drauf und verkauft vor allem indische Guruweisheiten.
2000/20 Interview Trümmer einer Ausstellung - Karl Nagel und Sebastian Müller im Gespräch über die 7. Chaostage

»Für Ordnung sorgen!«

Vom 10. Juli bis zum 6. August finden in Hannover die 7. Chaos-Tage statt. Bereits am 1. Juni wollen sich Punks aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem Trainingslager in der Expo-Stadt einfinden. Die »Jungle World« sprach mit zwei mutmaßlichen Zuschauern: Karl Nagel und Sebastian Müller.
1999/23 Interview Johannes Agnoli, emeritierter Professor für Politikwissenschaft, im Gespräch über Krieg und Frieden, USA und Europa, Involutionstendenz und autoritärer Staat

»Die Europa-Wahlen sind Scheinwahlen«

Johannes Agnoli ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft und lebt in Italien. 1967 veröffentlichte er zusammen mit dem Psychologen Peter Brückner "Die Transformation der Demokratie" - eine fulminante Kritik der Institutionen des bürgerlichen Staates, die die außerparlamentarische Opposition nachhaltig prägte.
1997/42 dschungel Ein Gespräch mit Dario Fo über den Literatur-Nobelpreis

»Ich? In Stockholm?«

"Die Schweden wollen Dario Fo den Frack anziehen", schrieb bereits 1975 der "Corriere d'informazione", als die Meldung kam, der weltbekannte Bühnenautor und Schauspieler solle den Nobelpreis für Literatur erhalten. Das war nicht nur eine sublime Anspielung auf eine frühe Farce von Fo, "Der Nackte und der Mann im Frack", in der Fo sich schon Mitte der fünfziger Jahre, wie noch so oft, über die Herren in Frack und Stresemann lustig machte. Tatsächlich dachte und denkt man bei dem Wort Nobelpreis wohl eher an eine Komödie eines der meistgespielten Gegenwartsautoren in Deutschland als an eine Realsatire. Auf die damalige Frage, ob er sich im Frack vor dem schwedischen König niederknieen würde, antwortet Dario Fo: